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83 Blindgänger in Kassel innerhalb von vier Wochen geborgen

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Von: Bastian Ludwig

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Kassel. Die Karlsaue ist sehr stark mit Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg belastet. Vor vier Wochen haben zwei Trupps des Kampfmittelräumdienstes die 2014 begonnene Bergung der Weltkriegsmunition in Karlsaue und Bergpark fortgesetzt. Allein in diesem knappen Monat haben sie 83 Blindgänger aus dem Boden geholt – darunter 50 Brandbomben im Auepark.

„Wir sprechen im Auepark von einer starken Verseuchung“, sagt Winfried Bieker, der im Auftrag des Kampfmittelräumdienstes des Landes für die Räumung in den Kasseler Parks verantwortlich ist. Vor zwei Jahren hatte die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) die groß angelegte Aktion auf der Karlswiese begonnen. Auch im Bergpark läuft seitdem die Suche und Entschärfung. Jährlich investiere die MHK einen mittleren sechsstelligen Betrag in das Projekt, sagt Michael Boßdorf, Leiter der Gärten der MHK. Ziel sei es, sämtliche Parkflächen zu untersuchen – ein auf viele Jahre hin angelegtes Vorhaben.

Kampfmittel-Experte Bieker lässt kein Zweifel daran, dass die Entschärfung gut 70 Jahre nach Kriegsende nötig ist. Die Brandbomben seien mit Leichtbenzin, Kautschuk und Phosphor gefüllt – dies sei nicht nur eine Umweltbelastung, es bestehe auch die Gefahr, dass hochgiftige Dämpfe austreten. „Das ist, als würde man Salzsäure einatmen“, sagt Bieker. Wenn die Zünder noch intakt seien, bestehe zudem Explosionsgefahr. Parkbesucher müssten sich keine Sorgen machen, aber wenn Mitarbeiter des Parks Bäume fällten oder Erdarbeiten erledigten, könne die Erschütterung eine Explosion auslösen.

Während im Bergpark noch bis Okober der Bereich um die Löwenburg abgesucht wird, läuft die Sondierung im Auepark auf dem Areal zwischen Auebad und Insel Siebenbergen. 10 bis 15 Hektar schaffen die Mitarbeiter jährlich in jedem der Parks. Der Auepark hat 150, der Bergpark 240 Hektar. 

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