Eine der fünf Anlagen im Windpark Söhre beschädigt

Blitzeinschlag legte Windrad lahm: Ursache für Einschlag noch unklar

Söhrewald/Kassel. Als das Gewitter vorbeigezogen war, dachte Falk Kalinowski aus Wellerode erst, am Dach seines Hauses sei vielleicht etwas kaputt gegangen. Denn plötzlich war ein merkwürdiges, gleichmäßiges Heulen zu hören.

„Wou-wou-wou hat es gemacht“, berichtet Kalinowski. Erst später kam ihm der Gedanke, dass die Geräusche vom neuen Windpark kommen könnte.

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- Stück vom Rotor abgebrochen: Blitz schlug in neues Windrad in der Söhre ein

Der Welleröder lag richtig: Dort hatte bei dem Unwetter um kurz vor 23 Uhr der Blitz in ein Windrad eingeschlagen. Normalerweise ist von der Windräder nur ein leises Summen zu hören, wenn man in der Nähe der Anlage steht.

„Mir hat das keine Ruhe gelassen und am Samstagmorgen bin ich gleich hingelaufen, um nachzusehen“, erzählt Kalinowski. Am Windpark auf dem Warpel hatten die Mitarbeiter des Herstellers Vestas da bereits die Unfallstelle abgesperrt und das kaputte Windrad ausgestellt. Sie waren zudem auf der Suche nach der Ursache für den Blitzschlag.

Abgesperrt: Der Bereich um das kaputte Windrad (links im Bild der Mast) wurde am Samstag aus Sicherheitsgründen dicht gemacht. Techniker der Herstellerfirma Vestas begannen mit der Suche nach der Ursache für den Schaden.

Denn eigentlich hätte das gar nicht passieren dürfen. Jedes Windrad ist mit einem Blitzschutz ausgestattet, erklärt Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke, die den Windpark betreiben.

Warum das Schutzsystem nicht funktioniert hat, sei derzeit noch völlig unklar. Auch zur Höhe des Schadens konnte Pijanka noch keine Angaben machen. Klar ist, dass der Blitz ein etwa drei Meter langes Stück von der Spitze eines der drei Roterblätter abgefetzt hat. Betroffen ist das von der Landstraße aus gesehen hinterste der insgesamt fünf Windrädern. Die Anlage ist erst Mitte Dezember fertig geworden und befindet sich nach laut Werke-Sprecher Pijanka noch im Probebetrieb.

Rechtlich gesehen gehöre die Anlage noch dem Hersteller Vestas, die Abnahme habe noch nicht stattgefunden. Insofern entstünden den Städtischen Werken keine Kosten für die Behebung des Schadens. „Dennoch ist das Ganze natürlich auch für uns sehr unerfreulich“, sagte Pijanka.

Fotos von dem kaputten Windrad

Blitz schlägt in Windrad ein - Rotor kaputt

Das kaputte Windrad wurde am Samstag außer Betrieb genommen. Für den Fall das weitere Teile des Flügels abfallen, wurde weiträumig abgesperrt. Bis der Flügel repariert ist, speisen in dem neuen Windpark nur noch vier Räder Energie ein.

Von Katja Rudolph

klugsch2
(3)(0)

"Normalerweise ist von der Windräder nur ein leises Summen zu hören, wenn man in der Nähe der Anlage steht."

Ein leises Summen? Vergleichbare Windparks machen Lärm, nicht ein leises Summen!

Es muss sich also um einen Ausnahmewindpark handeln?!

Siehe: http://www.zdf.de/ZDFmediathek...

Sandmann
(5)(0)

Nun gibt sich der Betreiber verblüfft, neee sowas hätte nicht passieren dürfen!

Ist es aber. Keine 3 Wochen (!) nach Inbetriebnahme des Windparks.
Anstatt ernsthaft darüber nachzudenken ob 200 Meter hohe Windräder auf
Höhenzüge gehören, ist der Schuldige schnell ausgemacht: Der
Ausnahmeblitz! Die Verantwortlichen glänzen durch Inkompetenz. Keine
Ahnung, hilfloses Schulterzucken, kein Krisenmanagement. Dumm nur, das
der Herr aus Wellerode zur Presse gegangen ist. Sicher hätte man sonst
nichts von dem Vorfall erfahren. Wenn die Lage nicht so ernst wäre,
könnte man glatt drüber lachen. Nun melden sich selbsternannte Experten
zu Wort, die erst dann wieder in ihren Löchern verschwinden, wenn der
erste Mensch schwer verletzt ist -sei es durch Eis- oder Blitzschlag.
Die Menschen in Helsa, die teils nur 1000 Meter von den geplanten 30
Windrädern der Städtischen Werke entfernt wohnen, können sich schon mal
Helme besorgen. Und Skisport in euren Wäldern ist dann ja wohl auch
Geschichte.

Guest
(6)(0)

vielleicht könnte die Ursache für den Blitzeinschlag ja auch ein Blitz gewesen sein, oder ?

Kommentare

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