Bombardier trennt sich von Lokchef - Schritt zum Erhalt in Kassel

Kassel. Aufatmen im Bombardier-Werk Kassel: Dieter John, bislang Chef der zentral- und osteuropäischen Aktivitäten des Bahntechnik-Herstellers, und zwei seiner Vertrauten verlassen das Unternehmen.

Damit geht jener Manager, der die angestrebte Schließung des Lokwerks Kassel an der Holländischen Straße maßgeblich vorangetrieben hatte. „Das ist ein erster wichtiger Schritt zum Erhalt des Standorts Kassel“, sagte ein anerkannter Bahntechnik-Experte im Gespräch mit der HNA. Weitere müssten jetzt folgen, hieß es weiter.

Erhard Peter vom Betriebsrat begrüßte die personelle Entscheidung, warnte aber vor Euphorie. „Die Kuh ist noch nicht vom Eis“, sagte er gestern. Die Aufgaben Johns übernimmt der Service-Leiter für Zentral- und Osteuropa, Michael Fohrer.

Wie berichtet, wollte John das 1848 von Henschel gegründete Werk schrittweise abwickeln und die Produktion unter anderem an den Schwester-Standort Vado Ligure in Norditalien verlagern. Dagegen regte sich bei den 850 Lokbauern in Kassel sowie bei Gewerkschaften, Kommunal-, Landes und Bundespolitikern bis hin zum Ministerpräsidenten Volker Bouffier massiver Widerstand.

Niemand in der Region brachte angesichts voller Auftragsbücher und einer guten mittel- und langfristigen Perspektive für das Werk Kassel Verständnis für die Schließungspläne auf.

Rubriklistenbild: © Uwe Zucchi

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