Verdächtige Bestellung

Trotz Notruf: Pizzabote überfallen - Polizei verließ Tatort zu früh

Kassel. Ein 18-jähriger Pizzabote aus Kassel ist am Samstagabend auf der Grebensteiner Straße in der Nordstadt überfallen worden. Und das, obwohl der Pizzabringdienst im Vorfeld die Polizei um Hilfe gebeten hatte, weil ein verdächtiger Anruf in dem Laden eingegangen war.

Als die Tat passierte, hatte die Polizei den Einsatz bereits abgebrochen. „Das ist sehr bedauerlich, das tut uns leid“, sagt Polizeisprecherin Sabine Knöll. Durch einen Fehler in der Einsatzzentrale bei der Uhrzeit habe es dazu kommen können. „Wir werden das intern mit allen Beteiligten aufarbeiten müssen.“

Alles begann mit einem Anruf um 20.30 Uhr bei Joey’s Pizzabringdienst an der Kurt-Wolters-Straße. Ein junger Mann, der sehr nervös wirkte, habe eine Pizza für 21.30 Uhr an eine Adresse an der Grebensteiner Straße 21 bestellt, sagt Mitarbeiter Sergej Diehl. Da dort bereits früher ein Bote überfallen worden war und ihm der Anruf verdächtig erschien, überprüfte Diehl die Telefonnummer. Diese existierte nicht.

Daraufhin alarmierte der Mitarbeiter die Polizei. Dort habe man ihm gesagt, er solle einen Boten zu der Adresse schicken. Die Polizei werde dort ebenfalls einen Streifenwagen postieren, um eingreifen zu können. Ein 18-jähriger Aushilfsfahrer habe sich bereit erklärt, die Tour zu übernehmen. Der junge Mann wurde dann tatsächlich um 21.30 Uhr von zwei Männern in den Schwitzkasten genommen und überfallen, wie Knöll bestätigt. Allerdings kamen ihm keine Polizeibeamten zu Hilfe. Die Täter flüchteten stattdessen mit zwölf Euro.

Die Polizisten, die zuvor im Streifenwagen gewartet hätten, seien davon ausgegangen, dass der Überfall um 21 Uhr stattfinden soll. So sei es von der Einsatzzentrale weitergegeben worden. Da um 21.10 Uhr weder ein Pizzabote vorgefahren sei, noch Tatverdächtige erschienen, habe man den Einsatz abgebrochen. (use)

Rubriklistenbild: © dpa

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