Kasseler Feuerwehrschule: Flüchtlingsunterkunft wird dicht gemacht

Kassel. 230 Bewohner ziehen bereits morgen und am Samstag aus Kasseler Feuerwehrschule nach Calden. Die Helfer erfuhren kurzfristig von der Schließung.

So spontan wie sie errichtet wurde, wird sie auch wieder aufgelöst: In den kommenden beiden Tagen wird die Landesfeuerwehrschule als Flüchtlingsunterkunft geräumt. Die rund 230 Flüchtlinge ziehen in die Erstaufnahme nach Calden um. Das bestätigte das Regierungspräsidium Kassel gerade auf Anfrage unserer Zeitung.

Schon seit Wochen kursieren Meldungen, dass in Hessen demnächst kleinere Aufnahmeeinrichtungen geschlossen werden sollen. Am 15. April will die Landesregierung dazu ein Konzept vorstellen. Zuletzt waren viele Einrichtungen nur noch zu einem Drittel belegt. Das Regierungspräsidium dementiert jedoch einen Zusammenhang: „Die Schließung ist nicht Teil eines möglichen Konzepts der Landesregierung“, sagte Michael Conrad, Sprecher des Regierungspräsidiums Kassel. Bis zu 470 Menschen hatten dort in zwei Hallen Platz.

Der Fall der Landesfeuerwehrschule sei anders gelagert. Die Einrichtung solle wieder komplett für die Ausbildung der Feuerwehr genutzt werden. Im September war auf Beschluss des hessischen Sozialministeriums über Nacht an der Heinrich-Schütz-Allee die Flüchtlingsunterkunft eingerichtet wurde - unter starker Kritik der Feuerwehrgewerkschaft. Sie sah den Ausbildungsbetrieb in Gefahr. Die Flüchtlinge sollen nun in Calden untergebracht werden. Dort sei die Qualität der Unterkunft ohnehin besser, sagte Conrad.

Ehrenamtliche Helfer wie Friedhelm Hassenstein erfuhren kurzfristig durch ein Schreiben des Regierungspräsidiums von der plötzlich Schließung. Die Flüchtlinge in der vom Deutschen Roten Kreuz betriebenen Einrichtung seien stark verunsichert, sagte Hassenstein.

Auch andere Einrichtungen stehen zur Disposition: Die Stadt hatte kürzlich das Land gebeten, etwa die Unterkunft im ehemaligen Veterinäruntersuchungsamt an der Druseltalstraße zu schließen.

Aus unserem Archiv:

Erstaufnahmeeinrichtung in der Landesfeuerwehrschule

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