Kurze Lebensdauer

Hotelier richtet Treppe für Wanderer her - Stadt ordnet Abriss an

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Neuer Weg hatte nur kurz Bestand: So präsentierte sich der Aufstieg beim Hotel „Zum Steinernen Schweinchen“ Anfang April. Dann aber musste die Treppe wieder zurückgebaut werden.

Brasselsberg. Nur eine kurze Lebensdauer hatte eine neue Wanderer-Treppe, die von der Konrad-Adenauer-Straße in Höhe des Hotels „Steinernes Schweinchen“ die Böschung hinauf auf den Habichtswald-Rundwanderweg 2 geführt hat.

Hotelier Thomas Nähler hatte den seit Jahrzehnten baufällige Steig in Eigeninitiative hergerichtet.

Kaum war der neue Aufstieg mit Betonplatten fertig, kam ein Schreiben von der Stadt: Das ungenehmigte Bauwerk müsse umgehend wieder zurückgebaut werden. Daran hielt sich Nähler, der bislang überzeugt war, mit seiner Aktion etwas Gutes zu tun.

Auf Anfrage der HNA erzählte Nähler, wie es dazu kam: „Diesen Weg gab es immer schon – zumindest, seit ich hier oben bin.“ Der Pfad sei mit Gestrüpp zugewuchert, die alten Holzstufen seien morsch gewesen. Dennoch würden viele Spaziergänger aus dem Viertel unterhalb des „Steinernen Schweinchens“ diese Abkürzung zum Wanderpfad regelmäßig nutzen.

Im Vorjahr sei dann eine Passantin auf dem maroden Steig gestürzt. Nähler: „Die Frau kam daraufhin zu uns ins Hotel, weil sie glaubte, der Weg gehöre zu uns.“

Aktualisiert um 13.50 Uhr

Das ist nicht der Fall, es handelt sich bei der Böschung um städtisches Gelände. Der schlechte Zustand der Steige veranlasste Nähler dennoch, tätig zu werden. Er beriet sich mit Nachbarn, „die waren auch alle dafür“, dass etwas getan werden müsse.

Anfang April nun hatte Nähler seinen Hausmeister beauftragt, für Abhilfe zu sorgen: Der Weg wurde freigelegt, der Boden begradigt und mit Betonstufen ausgelegt. „Das war in einem Arbeitstag erledigt“.

Ein paar Tage erfreuten sich Spaziergänger an dem neuen Aufstiegs-Komfort, dann kam prompt die Rückbau-Verfügung der Stadt – mit Frist bis zum 15. April.

Auf HNA-Anfrage teilte die städtische Pressestelle mit: Die „von Unbekannt“ ohne Genehmigung auf städtischem Gelände errichtete Treppe sei „auf Grund ihrer Geometrie und Bauweise nicht verkehrssicher“ gewesen. Zum Schutz der Allgemeinheit habe der Abbruch verfügt werden müssen. Der Rundwanderweg sei von der Konrad-Adenauer-Straße aus auch über andere Zugänge in der Nähe erreichbar.

Der angeblich der Stadtverwaltung „unbekannte“ Nähler sagte gegenüber der HNA, er habe nach Erhalt der Abrissverfügung den persönlichen Kontakt zur Stadtverwaltung gesucht. Im Gespräch sei ihm verdeutlicht worden, dass sich mit der Herrichtung der Treppe wohl allerlei Verwaltungsbelange aufgetan hätten: Es gehe um Haftungsfragen, Winterdienst- und Wartungspflichten, die Untere Naturschutzbehörde habe mitzusprechen und dergleichen mehr. Nähler sagt, er habe dies eingesehen und die Treppe wie angeordnet prompt zurückbauen lassen.

Der langjährige Zustand, dass Spaziergänger fortwährend einen maroden, zugekrauteten Stolperweg benutzen, ist immerhin beseitigt.

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