Bis zu 160 Einheiten in vier Blocks geplant – Abriss ab Herbst 2016

Martini-Brauerei in Kassel wird zum Wohnquartier

Wird zum Wohnquartier mit grüner Lunge: Auf dem Gelände der Martini-Brauerei an der Kölnischen Straße sollen 160 Wohnungen entstehen. Archivfoto: Schachtschneider

West/Mitte. Die zur Einbecker-Gruppe gehörende Martini-Brauerei verabschiedet sich von der Idee einer Erlebnisgastronomie am Standort an der Kölnischen Straße.

Stattdessen sollen in vier Blöcken bis zu 160 Wohnungen sowie einige Büros auf dem zwei Fußballfelder großen Areal zwischen Emmerich-, Uhland-, Hardenberg- und Kölnischer Straße gebaut, vorhandene Baulücken geschlossen und ein Teil der Betriebsgebäude abgerissen werden.

Das neue Quartier wird mit einem spangenförmigen Grünzug aus Gärten versehen, gewissermaßen einer grünen Lunge. Erste Abrissarbeiten seien für den Herbst 2016 geplant, sagte Michael Linker vom Architekturbüro Bankert, Linker & Hupfeld.

Linker und Matthias Foitzik vom Planungsbüro Foundation5+ setzten das Projekt im Auftrag der Brauerei im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft um. Ihr städtebauliches Konzept, das sie nun während einer gemeinsamen Sitzung der Ortsbeiräte West und Mitte in der Brauerei vor zahlreichem Publikum vorstellten, bekam ganz überwiegend Beifall: Das Verwaltungsgebäude soll erhalten bleiben, ebenso das Sudhaus, der markante Schornstein wird allerdings fallen. Die Erschließung soll von der Kölnischen Straße - wie bisher auch - erfolgen. Parkplätze wird es unter den Gebäuden geben. Diese sollen laut Foitzik höchstens viergeschossig - mit zusätzlichem Dachgeschoss - werden.

Das Brauereigelände werde ein „Quartier, das sich an alle richtet“, sagte Foitzik. Unterschiedliche Wohnformen seien möglich. Nur ein Drittel des Geländes werde Bauträgern überlassen, ein weiteres Drittel stehe privaten Bauherren oder Bauherrengemeinschaften zur Verfügung. Für das restliche Areal wünsche man sich soziale Träger als Partner, beispielsweise für barrierefreies Wohnen. Fragen nach Kaufpreisen wich Foitzik aus. Nur so viel: Nicht der Meistbietende werde den Zuschlag erhalten, sondern letztlich werde sein Baukonzept entscheidend sein.

„Wir wollen keine Ruine hinterlassen, sondern mitgestalten“, sagte Lothar Gauß, der Vorstandssprecher der Einbecker Brauerei, während der Sitzung. Der Brauerei sei nur daran gelegen, das Engagement am Martini-Standort Kölnische Straße ohne Verlust zu beenden. Die Brauerei hatte wie berichtet wegen rückläufigen Absatzes in Kassel den Braubetrieb zugunsten einer Erlebnisgastronomie einstellen wollen. Die gesetzlichen Hürden des Lärmschutzes seien aber unüberwindlich, meinte Gauß. „Wir wollen weiter in Kassel Bier verkaufen“, versicherte er. Man suche mit Hochdruck einen neuen Standort.

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