IHK

Brexit schadet Nordhessen: Exporte nach England sinken

Kassel. Der Brexit - die Entscheidung in Großbritannien, die EU zu verlassen - schadet auf Dauer auch Unternehmen in Nordhessen und Marburg. Das zeigen die Ergebnisse einer Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer Kassel (IHK).

Vom 27. bis zum 29 . Juni hatten 291 nordhessische Unternehmen an der Befragung teilgenommen. Ergebnis: Die Unternehmen exportieren weniger nach Großbritannien, wollen ihre Investitionen und Beschäftigungspläne auf der Insel zurückfahren und fürchten mehr Handelshemmnisse.

Die politische und rechtliche Unsicherheit führe bereits in der Übergangszeit bei 26,4 Prozent der Unternehmen zu sinkenden Ausfuhren nach Großbritannien, sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Sybille von Obernitz. Nach einem vollzogenen Austritt rechnen laut Umfrage sogar 51,9 Prozent der Unternehmen mit geringeren Lieferungen zu dem drittwichtigsten deutschen Exportpartner. Ferner beabsichtige mehr als jedes vierte Unternehmen weniger auf der Insel zu investieren. Große Probleme sehen die Unternehmen in Wechselkursrisiken, in zusätzlicher Bürokratie und bei rechtlichen Unterschieden.

Daher ist es aus Sicht der IHK Kassel-Marburg wichtig, dass die Verhandlungspartner die richtige Balance finden zwischen guten zukünftigen Handelsbeziehungen mit Großbritannien und einem weiterhin funktionierenden Binnenmarkt.

Sybille von Obernitz: „Durch den Brexit wird deutlich, wie wichtig der einheitliche EU-Binnenmarkt für deutsche Unternehmen ist.“ Die IHK Kassel-Marburg werde für ihre Mitgliedsunternehmen Angebote bereitstellen, um die Unternehmen bestmöglich bei Fragen zu Konsequenzen aus dem Brexit für ihre Geschäftstätigkeit in Großbritannien zu beraten.

Rubriklistenbild: © AFP

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