CDU: Mehr Hilfspolizei auf Kassels Straßen

Kassel. Die Kasseler CDU-Fraktion fordert, dass fünf bis zehn neue Ordnungspolizisten von der Stadt eingestellt werden, um der Landespolizei bei der Flüchtlingsthematik zu helfen.

Die Ordnungspolizisten, die drei Monate ausgebildet werden, sollen die Beamten bei der Verkehrsüberwachung oder bei Alkoholkontrollen entlasten, so der Fraktionsvorsitzende Dr. Norbert Wett. Auf diesem Wege könne die Polizei an allen sicherheitsrelevanten Schwerpunkten verstärkte Präsenz zeigen.

Durch die Flüchtlinge in Kassel habe die Kriminalität zwar nicht zugenommen. Er höre aber überall, dass zum Beispiel viele Frauen vor Flüchtlingen Angst hätten. Viel Kritik an den Flüchtlingen käme auch von älteren Männern. „Da ist eine Radikalisierung in der Bevölkerung im Gange“, sagt Wett. Mit mehr Polizeipräsenz in der Stadt könne man gegen diese subjektive Angst vorgehen.

Nach Informationen der HNA hat es seit der Flüchtlingskrise im Spätsommer in ganz Nordhessen 125 Fälle gegeben, in denen Flüchtlinge als Täter beschuldigt wurden. Beim Gros der Delikte handelt es sich um Diebstähle sowie Körperverletzungen der Flüchtlinge untereinander.

Ohne die Landesregierung wegen der Stellenstreichung bei der Polizei in der Vergangenheit zu kritisieren, sagt Wett, dass es dringend geboten sei, mehr Polizeibeamte auszubilden. Zudem hoffe er, dass Wiesbaden Wachpolizisten zur Verstärkung nach Kassel schickt. Wachpolizisten werden sechs Monate lang ausgebildet, tragen Uniform und Waffe und dürfen einen Täter festnehmen.

Stefan Rüppel, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordhessen, fordert mindestens 20 weitere Wachpolizisten für Nordhessen. Ordnungspolizisten könnten die Trinker- und Drogenszene in der Innenstadt kontrollieren, der Bevölkerung aber keinen Schutz vor Terror bieten.

Rubriklistenbild: © dpa

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