Drei Kasseler haben einen Revolver maßstabgerecht als riesiges Grillgerät gebaut

Selbst gebauter Smoker-Grill: Ein Colt für alle Würste

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Spareribs aus dem rauchenden Colt: Stefan Arzt (rechts) und Grill-Spezialist Michael Gruber mit ihrem selbst gebauten Smoker-Grill in Form eines überdimensionalen Schießeisens auf dem Gelände des CSK 98 am Auedamm.

Kassel. Der rauchende Colt im Großformat ist ein Hingucker auf jeder Gartenparty. Mit dem Revolver wird aber nicht geschossen, sondern gegrillt. Das überdimensionale Schießeisen ist ein selbst gebauter spezieller Smoker-Grill.

„Freunde haben in den USA solche Smoker gesehen und die Idee mitgebracht“, erzählt Stefan Arzt. Der 44-Jährige ist Grill-Fan und tüftelte mit seinem Kumpel André Liedke den Smoker Marke Eigenbau aus. Mit der Schiebelehre nahm der Schlosser Maß – „an einer Spielzeugpistole für vier Euro“, erinnert sich Arzt. In 350 Stunden Arbeit entstand im vergangenen Jahr aus acht Millimeter starkem Stahlblech der Smoker-Colt. 650 Kilo schwer, zusammengehalten von 16 Meter Schweißnähten und mit einer 1,2 Quadratmeter großen Grillfläche. Da passt so einiges an Grillgut drauf. „Wir können damit bei einem Barbecue locker für 100 Leute grillen“, sagt Arzt.

Bei einem Smoker liegen Fleisch, Fisch oder Gemüse nicht direkt über dem Feuer, sondern werden indirekt von heißem Rauch umströmt. Das Grillgut wird auf diese Weise schonend gegart und dazu geräuchert. Daher stammt auch der Name. Das englische Wort Smoke heißt übersetzt Rauch.

Angefeuert wird der rauchende Colt mit Holzscheiten oder Kohlebriketts. Ab 65 Grad Celsius beginnt das Smoken, das schonende, langsame Garen. Für das klassische Barbecue darf es heißer sein: 120 bis 230 Grad. Der Grillmeister kann die Rauchtemperatur an einem Präzisionsthermometer ablesen und danach die Grilldauer bestimmen. Michael Gruber, der dritte Mann im Bunde der Smoker-Fans, kennt den Colt und dessen Temperaturführung inzwischen ganz genau und ist der Grill-Koch.

Etwa 12 000 Euro wurden in den Eigenbau investiert, schätzt Arzt, der wie sein Freund Gruber beruflich bei Volkswagen in Baunatal arbeitet. Weil viele Grill-Fans den Colt auch mal nutzen wollten, haben die beiden eine Geschäftsidee daraus gemacht und ihren Smoker auf einen selbst gebauten Trailer geschraubt. „Den Grill vermieten wir“, sagt Arzt, „an Selbstabholer oder auf Wunsch auch mit Personal und komplettem Catering.“ So soll ein Teil des von den Barbecue-Freunden in den Eigenbau investierten Geldes wieder reinkommen.

Heimatbasis des rauchenden Colts bleibt das Gelände des CSK 98 am Auedamm 15. Dort will Stefan Arzt in diesem Sommer nach den Tennis-Matches mit Freunden und Vereinskameraden noch manchen Grillabend genießen. Kontakt: Tel. 0172 6 39 18 35 In der nächsten Folge geht es um das Electric Hotel, eine Handy-Ladestation für Großveranstaltungen

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