Markus Knierim eröffnet heute sein mit 90 000 Euro runderneuertes Theaterstübchen

Cooler Club im Keller

Neue Bühne und digitale Technik: Markus Knierim vor der Plakatwand seines Theaterstübchens. Foto: Lohr

Mitte. Markus Knierim hatte große Pläne in den vergangenen Jahren. Erst wollte er mit seinem Theaterstübchen in die ehemalige Bundesbahnkantine im Kulturbahnhof umziehen, dann plante er einen Club im einstigen Wumpicek in der Treppenstraße. Aus den Plänen ist nichts geworden, sie haben Knierim nur jede Menge Geld und Nerven gekostet. Doch sein neuer Plan könnte sich als der beste erweisen.

Heute eröffnet der 50-Jährige sein neues Theaterstübchen. Es firmiert weiterhin im Keller der Jordanstraße 11, aber Stammbesucher werden es trotzdem nicht wiedererkennen. 90 000 Euro hat Knierim in einen Umbau des gemieteten Raums gesteckt.

Seit Juni hat er eine Wand rausgerissen, so dass das Theaterstübchen nun 250 statt 180 Besucher fasst. Die Bühne ist mit 8,80 Metern mehr als doppelt so breit wie vorher und muss auch nicht jedes Mal abgebaut werden. Allein 40 000 Euro hat die neue Technik mit einem digitalen Mischpult gekostet.

„Ich kann jetzt Bands verpflichten, die vorher niemals nach Kassel gekommen wären“, sagt Knierim. Schon in den vergangenen Spielzeiten hat sich das Theaterstübchen mit einem feinen Mix aus Jazz, Blues und Kabarett einen Namen weit über die Region hinaus gemacht. Die Konzertagenturen wissen, was sie an Knierim haben. „Das ist der coolste Club zwischen Kiel und Kufstein“, soll ein Veranstalter gesagt haben, als er das neue Theaterstübchen sah, das bis vorgestern noch eine Baustelle war.

Selbst während der Umbauarbeiten hat Knierim bis auf den August den normalen Diskobetrieb weiterlaufen lassen. Jeden Freitagabend wurde aufgeräumt und dann am Montag weiter malocht.

„Ich will in Kassel noch etwas bewegen.“

Markus Knierim

Der umtriebige Macher ist ein Meister des Improvisierens. Früher betrieb er einen Szene-Club in Portugal. 1996 begann dann die Geschichte des Theaterstübchens im Steinweg, wo vor allem Schauspieler des Staatstheaters zu den Gästen gehörten. Auch in der Obersten Gasse war es ein Künstlertreff. 2001 zog Knierim schließlich in die Jordanstraße in das ehemalige „Movie“.

Filmreif ist auch die neue Deko des Clubs. Das Theaterstübchen ist nun ein tiefer Dschungel, es gibt einen kleinen Wasserfall, und die neue Garderobe am Eingang ist eine Höhle. Dieser Keller ist für Musikfans nun der Himmel.

Von Matthias Lohr

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