Betriebsrat: Es geht um bis zu 800 von 2900 Stellen

Mitarbeiter bei Daimler bangen um Jobs: Werden bis zu 800 Stellen abgebaut? 

Kassel. Im Kasseler Lkw-Achsenwerk der Daimler AG fürchten die 2900 Stammbeschäftigten einen deutlichen Abbau von Arbeitsplätzen innerhalb der nächsten sechs Jahre. Nach Angaben der Werksleitung stehen 540 Jobs auf dem Prüfstand.

Der örtliche Betriebsrat spricht von bis zu 800 Stellen, die betroffen sein könnten und kündigte entschiedenen Widerstand gegen die Pläne der Konzernleitung an.

Daimlers Lkw-Sparte will an den Standorten Kassel, Mannheim und Gaggenau die Fertigungstiefe deutlich reduzieren, also die Herstellung bestimmter Teile und Komponenten an Zulieferer auslagern. Ähnliches ist für den Logistikbereich und für werksinterne Dienstleistungen geplant. Für den Standort Kassel, das wichtigste Achsenwerk im weltweiten Daimler-Verbund, seien die Pläne eine „hochkarätige Bedrohung“, sagte Betriebsratschef Dieter Seidel nach einer Versammlung am Donnerstag, bei der 2000 Mitarbeiter über die Planungen informiert wurden.

Werksleiter Ludwig Pauss sagte am Freitag gegenüber der HNA, der Stellenabbau werde am Ende geringer ausfallen. Dies sei nicht gleichzusetzen mit der Zahl der Mitarbeiter in den überprüften Bereichen. Für eine Reihe ausgelagerter Jobs würden sich „Lösungen und Kompensationen“ finden lassen. Das Werk Kassel werde auf mittlere Sicht mehr Achsen produzieren, wenn auch weniger Teile dafür selbst hergestellt würden.

Im vergangenen Jahr wurden in Kassel 540.000 Achsen für Nutzfahrzeuge vom Transporter bis zum Schwer-Lkw gefertigt. Für 2014 rechnet Werksleiter Pauss mit einer Steigerung dieses Volumens, ohne dies näher zu beziffern. (asz)

Rubriklistenbild: © dpa

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