DAK-Gesundheitsreport: Viele gehen krank zur Arbeit

Woran Menschen aus der Region am häufigsten erkranken

Kassel. Frauen melden sich häufiger krank als ihre männlichen Kollegen. Das zeigt sich auch  in Stadt und Kreis Kassel – und ist in der Region sogar noch stärker ausgeprägt.

Zwei von drei Arbeitnehmern kommen gelegentlich krank zur Arbeit, obwohl sie sich krank schreiben lassen müssten. Sie wollen ihre Kollegen nicht hängen lassen, müssen ihre Arbeit fertig machen oder wollen nicht, dass ihre Kunden unter ihrer Krankheit leiden.

Das ist das Ergebnis des Gesundheitsreports der Krankenkasse DAK. Sie hat die Krankmeldungen ihrer Versicherten im Erwerbstätigenalter zwischen 18 und 65 Jahren untersucht. Mit rund 42 000 Versicherten in Stadt und Kreis Kassel ist die DAK eine der drei großen Krankenkassen in der Region.

2015 waren im Schnitt 4,9 Prozent der weiblichen Beschäftigten in Stadt und Kreis Kassel arbeitsunfähig. Von 1000 Frauen waren also jeden Tag im Schnitt 49 krankgeschrieben. Bei den Männern betrug der Krankenstand 3,9 Prozent. Frauen in der Region waren damit etwa zu 25 Prozent häufiger krank als Männer. Hessenweit beträgt der Unterschied nur zehn Prozent.

Woher diese regionale Besonderheit kommt, das lässt sich nur spekulieren, erklärt Ernst-Jürgen Braun, Chef von der DAK-Gesundheit in Kassel. Grundsätzlich leiden Frauen und Männer an unterschiedlichen Krankheitsbildern. So fallen Frauen fast fünf Mal häufiger wegen Tumorerkrankungen aus als Männer.

Während Brustkrebs schon etwa ab dem 30. Lebensjahr vorkommt, erkranken Männer meist erst im Rentenalter an Prostatakrebs und werden dadurch in der DAK-Untersuchung nicht berücksichtigt, erläutert die Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel, Dr. Karin Müller. Insgesamt waren im vergangenen Jahr mehr Menschen krank als noch 2014. Der durchschnittliche Krankenstand stieg laut DAK-Report von 4,1 auf 4,4 Prozent. Ursache ist unter anderem eine starke Erkältungswelle: Die Fehltage wegen Atemwegserkrankungen stieg binnen eines Jahres um mehr als ein Fünftel.

Woran die Kasseler am häufigsten erkranken:

Die Krankenkasse DAK hat für ihren Gesundheitsreport bundesweit 5000 ihrer Versicherten im erwerbsfähigen Alter befragt, darunter fast 400 aus Hessen. Das Ergebnis zum so genannten Präsentismus, dass man also trotz Krankheit am Arbeitsplatz präsent ist, dürfte auch auf Arbeitnehmer in Stadt und Kreis Kassel zutreffen.

Während sich in anderen Teilen der DAK-Untersuchung ein Unterschied zwischen Männern und Frauen zeigt, kommen beide Geschlechter fast zu gleichen Anteilen krank zur Arbeit (Frauen 67 Prozent, Männer 64 Prozent). Dabei arbeiten Frauen noch immer häufiger in Branchen mit Kontakt zu Kunden, gerade Senioren und Kindern, sodass sie sich schon aus hygienischen Gründen früher krank schreiben lassen müssen, erläutert die Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel, Dr. Karin Müller. Sie hat den Gesundheitsreport mit dem Leiter der DAK-Gesundheit in Kassel, Ernst-Jürgen Braun, vorgestellt.

Doch es sind nicht nur Pflichtbewusstsein und Kollegialität, weswegen Arbeitnehmer krank zur Arbeit kommen. Jeder vierte Befragte gab an, Nachteile zu befürchten, wenn er sich (zu oft) krank meldet.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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