Klinikum Kassel

Defekte Aufzüge in Augenklinik: Patienten saßen fest

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Funktionierende Aufzüge hätten sich die Patienten am Wochenende auch gewünscht: Ernst Diederich saß gemeinsam mit den anderen Patienten der Augenklinik auf der Station fest. Foto: Triesch

Kassel. Wer schlecht zu Fuß ist und ins Haus M des Klinikums Kassel musste, hatte in den vergangenen Tagen ein Problem: Patienten und Besucher der Dermatologie und der Augenklinik standen vor verschlossenen Fahrstuhltüren. Grund: Beide Aufzüge waren am Wochenende defekt.

Vor den Aufzügen im Erdgeschoss von Gebäude M des Klinikums herrscht reger Betrieb. Schnell wächst die Schlange im Eingangsbereich. Darunter eine Rollstuhlfahrerin und ein älterer Herr mit Rollator. Klagen werden laut: „Es geht wieder mal nur ein Aufzug“, sagt eine Frau genervt. „Schon wieder? Das ist doch schon tagelang so“, antwortet eine andere.

Das ganze Wochenende seien die Aufzüge außer Betrieb gewesen, berichtet Ernst Diederich. Seit einer Woche ist der 65-Jährige nun Patient in der Augenklinik. „Das ist eine wirkliche Zumutung hier“, empört er sich. Besonders für gehbehinderte Patienten sei es bei den Temperaturen der vergangenen Tage auf der Station kaum auszuhalten, ergänzt Zimmernachbar Brian-Arthur Bainbridge.

Hohes Sturzrisiko

Vergangenes Wochenende hatten sie allerdings kaum eine andere Wahl. Viele Patienten saßen auf der Station fest: „Man kam sich vor wie im Gefängnis“, sagt Bainbridge. „Es war fast unmöglich, mit Infusionsständer, frischen OP-Narben an Knie und Hand sicher die Treppen hinunterzukommen.“ Wer übernimmt die Verantwortung, wenn etwas passiert, fragen sich die Patienten?

Dem Pflegepersonal möchten die Patienten keine Vorwürfe machen. Das sei so freundlich und zuvorkommend gewesen und habe versucht, die Patienten mit dem Außenaufzug hoch und runter zu fahren. Da es sich dabei – im Gegensatz zu den anderen Aufzügen – um einen von außen zugänglichen Aufzug handelt, kann dieser nachts und am Wochenende aus Sicherheitsgründen nur mit einem Schlüssel bedient werden. Eine extreme Zusatzbelastung für das an den Wochenenden sowieso schon schwach besetzte Pflegepersonal.

Dennoch habe das Stationspersonal diese Aufgabe am Wochenende übernommen: „Leider kam es dabei gelegentlich zu Wartezeiten. Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die dadurch entstanden sind“, erklärt Heidrun Koskowski, Pressesprecherin der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH). Ein Steuerungs-Element habe ersetzt und bestellt werden müssen. Das habe über das Wochenende gedauert. Aber inzwischen seien die beiden genannten Aufzüge in Gebäude M wieder funktionsfähig und in Betrieb.

Die Patienten in Haus M bleiben skeptisch: Denn nur wenige Stunden nach der Reparatur sei der Personenaufzug erneut für einige Stunden ausgefallen, sagt Diederich. „Das Beschwerdemanagement hier läuft einfach nicht rund“, kritisieren die Patienten. „So darf das nicht weitergehen.“

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