350 Menschen demonstrierten in Kassel gegen Neonazis

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Mit einem zweistündigen Zug durch die Nordstadthaben am Samstagnachmittag 350 Menschen ein Zeichen gegen Rechtsradikalismus in Kassel gesetzt. Das Bündnis „Kein Ort für Nazis“ hatte zu der Demonstration aufgerufen, der sich überwiegend jüngere Leute anschlossen.

Von der Weserspitze aus passierte der Zug unter Sprechchören und mit Musik aus einem Lautsprecherwagen unter anderem das Mahnmal „Die Rampe“ und das Haus an der Holländischen Straße, in dem Halit Yozgat ermordet wurde. Mit der Demo wolle man zeigen, dass es in Kassel „keinen Platz für Faschos“ gebe, sagte Simon Aulepp von den Linken zum Auftakt der Demo. Vor allem nicht in der Nordstadt, wo es immer wieder zu Angriffen und Vandalismus von Rechten gekommen sei.

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Ebenso wie im Faschismus fänden die Übergriffe auf Menschen anderer Herkunft heute unter den Augen der Mitmenschen statt, ergänzte Rednerin Neele Nolda. „In unserer Gesellschaft finden Nazis den Raum, ihre Ideologie zu verbreiten. Wir müssen Ihnen diesen Raum nehmen.“ Am Holocaust-Mahnmal an der Moritzstraße betonte Nico Weinmann vom Aktionsbündnis die Wichtigkeit des Ortes der Erinnerung, der zuletzt im Herbst mit rechten Parolen beschmiert worden war. „Das Gedenken der Opfer gehört in Nordstadt und gehört nach Kassel.“ Umso mehr gelte es, sich den Aktivitäten von Neonazis im Stadtteil schon in den Anfängen entschlossen entgegen zu stellen.

Die Initiative „Kein Ort für Nazis“ ist Ende vorigen Jahres von Bewohnern der Nordstadt gegründet worden. Ziel sei, im Stadtteil und darüber hinaus für das Thema zu sensibilisieren sowie für Solidarität und ein friedliches Miteinander von Menschen aller Herkunft zu werben, erklärte Weinmann. Auch Kamil Saygin, Vorsitzender des Ausländerbeirats, rief beim Stopp am Philipp-Scheidemann-Haus dazu auf, die Nordstadt zu einem Stadtteil der Toleranz zu machen. Nach zwei Stunden endete die Veranstaltung im Nordstadtpark. (rud)

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