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Friedliche Stimmung beim Derby-Gucken im Uhrtürmchen

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Schalke gegen Dortmund
Im Ruhrpott undenkbar: Matt Stevens, Markus Radmacher, Theo Fleischmann und Jürgen Janhofer während des Derbys im Kasseler Uhrtürmchen. © Ulbrich

Kassel. Fahnen an der Fassade, Wandmalereien im Raucherraum, Reservierungskarten auf den Tischen – alles in königsblau. In der einzigen Schalke-Kneipe Kassels, im Uhrtürmchen in Harleshausen, geht es laut „Wirtsmann“ und Betreiber Mathias Schelzig „nur um Fußball“.

Diese einfache Formel erklärt auch, warum im Uhrtürmchen zur „Mutter aller Fußball-Derbys“, Schalke gegen Dortmund, die Fans der rivalisierenden Lager friedlich miteinander das Spiel genießen und feiern. Während man im Ruhrpott fast ausschließlich nur Verachtung und oftmals gar Gewalt füreinander übrig hat, pflegt man in der Kasseler Schalke-Kneipe einen überaus respektvollen Umgang miteinander. Matt Stevens (36, Kassel) schaut mit einer handvoll BVB-Anhängern mit 80 weiteren und überwiegend königsblau gekleideten Gästen das Spiel in der gemütlichen Kneipe mit sieben Fernsehern und zwei Leinwänden.

Matthias Schelzig
Matthias Schelzig © Ulbrich

Er sagt: „Die Atmosphäre hier ist einfach toll, auch als BVB-Fan wird man sehr herzlich und immer mit Handschlag begrüßt.“ Passend zur ungewöhnlichen Atmosphäre ist auch die Geschichte von Matthias Schelzig, Ehefrau Sandra und ihrer Schwester Silke. Sandra und Silke sind beide in Lüdenscheid bei Dortmund geboren. S04-Anhänger bezeichnen den Rivalen als „Lüdenscheid-Nord“, um den Namen Dortmund nicht aussprechen zu müssen.

Dies tat und tut der Liebe der „Wirtsleute“ aber keinen Abbruch, beide passen laut eigener Aussage zueinander wie „königsblau zu Schalke“. Ebenfalls passend, dass Schwester Silke am Samstag neben dem Derbysieg auch ihren 40. Geburtstag feierte. Mit vielen Schalkern und einigen Dortmundern – gemeinsam und friedlich.

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