Mieterbund rät zu Prüfung

Wohnungsfirma startet Modernisierung von 130 Wohnungen in Kassel

Das Wohnungsunternehmen Deutsche Annington will in Kassel in diesem Jahr 250 Mietwohnungen modernisieren. Darunter sind (im Bild) auch die Wohnhäuser am Frasenweg 4 bis 8 im Stadtteil Kirchditmold. Archivfoto: Koch

Kassel. Das Wohnungsunternehmen Deutsche Annington hat die geplanten Modernisierungen von 130 Wohnungen in Kassel gestartet.

Der Mieterbund Nordhessen rechnet mit deutlichen Mieterhöhungen in den betroffenen Mehrfamilienhäusern und rät den Mietern, die geforderten Erhöhungen überprüfen zu lassen.

Nach Einschätzung des Mieterbundes erledigen sich durch die Modernisierung von Heizungsanlagen und Gebäuden oftmals auch die seit Langem überfälligen Instandsetzungsarbeiten. Die Kosten der eigentlich fälligen Instandsetzung müsse der Vermieter jedoch von den Gesamtkosten der Modernisierung abziehen, erklärt der Geschäftsführer des Mieterbundes, Rechtsanwalt Folker Gebel. Dieser Kostenabzug werde von den Vermietern oft gar nicht oder nicht ausreichend vorgenommen. Zudem müsse der Vermieter öffentliche Fördermittel herausrechnen. Und schließlich gebe es verschiedene Mietvertragsgestaltungen, in denen eine Modernisierungsmieterhöhung grundsätzlich ausgeschlossen sei.

Der Mieterbund werde in den kommenden Tagen eine Flugblattaktion dazu starten, sich an alle betroffenen Annington-Mieter wenden und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen, kündigt Gebel an. Mieter sollten bereits die Ankündigung der Modernisierung mit Angabe der voraussichtlichen Mieterhöhung überprüfen lassen.

Annington will bis November 130 der insgesamt 2000 Wohnungen in Kassel modernisieren und dadurch bis zu 30 Prozent des Energieverbrauchs einsparen. „Die Heizkosten sinken, der Komfort für unsere Mieter steigt“, verspricht Matthias Stock, Geschäftsführer für den Wohnungsbestand in Kassel. Die Hausfassaden und Geschossdecken würden gedämmt, energieeinsparende Fenster eingebaut, Balkone angebracht und Treppenhäuser modernisiert.

Kosten: Vier Millionen Euro

Zudem will das Unternehmen in diesem Jahr weitere 120 seiner Wohnungen in Kassel seniorenfreundlich umbauen. Insgesamt sollen in die 250 Wohnungen vier Millionen Euro investiert werden. Die Mieten sollen auch nach der Sanierung günstig bleiben, hatte Unternehmenssprecher Philipp Schmitz-Waters erklärt. Im vergangenen Jahr hatten Annington-Mieter an der Goethestraße die Erhöhung der Kaltmieten nach Wärmedämmung und Balkonanbau kritisiert. In einem Fall sollte die Kaltmiete von 400 Euro auf 680 Euro nach der Sanierung steigen.

Das Unternehmen werde bei der Wärmedämmung von Gebäuden nur sieben Prozent der Kosten auf die jährliche Miete umlegen, kündigte Schmitz-Waters an. Zulässig wären elf Prozent. Wie hoch die Kaltmiete steige, sei vom Einzelfall abhängig und lasse sich nicht seriös schätzen. Derzeit liege die Kaltmiete im Kasseler Annington-Bestand bei durchschnittlich 6,50 bis 6,80 Euro. (ach)

Das steht bevor

Die Modernisierungsarbeiten in den Häusern Frasenweg 4 bis 8, Rötheweg 11 und Straßenäckerweg 3 und 5 in Kirchditmold beginnen in diesen Tagen. Heizungsmodernisierungen sind in den Häusern Büchnerstraße 10 und 12 (Bad Wilhelmshöhe), Tischbeinstraße 14 und 16 (Südstadt), Mittelfeldstraße 10 bis 20 und 23 bis 29 sowie Naumburger Straße 53 (Rothenditmold) vorgesehen.

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