Herzlichen Glückwunsch

Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen wird heute 60 Jahre alt

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Feiert seinen 60. Geburtstag: Bertram Hilgen.

Kassel. An seinem Einfamilienhaus im Auefeld hat er an der Eingangspforte ein Schild angebracht: „Haus Hilgen“ steht darauf. Und auch sein zweites Zuhause, das Kasseler Rathaus, hat er längst zu seinem Haus umgebaut, ebenso wie Partei und Fraktion der Kasseler SPD.

Er schaffte das mit Härte, Charisma und Charme: Bertram Hilgen, Oberbürgermeister von Kassel, wird Sonntag 60 Jahre alt. Ein runder Geburtstag ist kein Termin, an dem man die politische Leistung des Jubilars würdigt. Uns interessiert heute der Mensch Hilgen. Wer ist der Mann, der seit Jahren an vielen Fronten wichtig ist für Kassel und die Region?

Bertram Hilgen wurde in der konservativ-katholischen Rhön geboren, seine Geburtsstadt Tann ist gleichwohl protestantisch. Sein Vater war dort Bürgermeister – vielleicht war dadurch der Einstieg in eine politische Karriere programmiert. Hilgen wuchs somit an der damaligen Zonengrenze auf. Eine Grenze, die auch durch seine Familie ging. Die Familie mütterlicherseits lebte in Thüringen, jenseits des Todesstreifens. Das führte zu dramatischen Begebenheiten: Die Beerdigung seiner Großmutter erlebte Bertram Hilgen von einem hessischen Hügel aus, vom dem er über den Stacheldrahtzaun nach Thüringen guckte. Noch heute lässt Hilgen im Gespräch kein gutes Haar am Staat DDR und seinen früheren Machthabern.

Zur Person 

Bertram Hilgen stammt aus Tann in der Rhön. Nach dem Abitur in Fulda studierte er von 1972 bis 1977 Rechts- und Politikwissenschaft in Marburg. Von 1980 bis 1986 war er Referent von Oberbürgermeister Hans Eichel in Kassel, bis 1991 Leiter des Kasseler Rechtsamtes. 1991 - 1996: Abeilungsleiter in der Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden; 1996 - 1999: Regierungspräsident in Kassel. 1999: Leiter Gebietsrechenzentrum Kassel. 2005: Oberbürgermeister Kassel. Bertram Hilgen ist geschieden. Sein 28 Jahre alter Sohn arbeitet als Elektroingenieur im Baunataler VW-Werk. Hilgens Lebensgefährtin Margit Berghof-Becker leitet die Tagungsstätte der Reinhardswald-Schule. (tho)

Bertram Hilgen ging durch die klassische SPD-Schule: Zunächst Chef der Jusos in Tann, saß er bald in Machtzirkeln, hatte Parteiämter inne, lernte die Strukturen der Partei. Er sammelte Wissen und Macht. Schon in seiner frühen Kasseler Zeit war er Vorsitzender des bedeutenden SPD-Ortsvereins West. 2001, als man mit der SPD in Kassel kaum einen Blumentopf gewinnen konnte, entschied sich Hilgen, Chef der Partei in der Stadt zu werden – er hätte als Bezirksvorsitzender auch die landespolitische Schiene wählen können. Der Weg führte ihn schließlich ins Amt des Oberbürgermeisters. Hilgen zeigte damit strategisches Geschick, das ihm selbst Kritiker zugestehen. Gleichwohl ist Bertram Hilgen ein Verwaltungsmensch. Für ihn sind die Buchstaben der hessischen Gemeindeordnung wichtig. Er ist ein Aktenfresser, ein detailbesessener Arbeiter, der Unterlagen besser kennt als jeder seiner Mitarbeiter – wie einst sein politischer Ziehvater Hans Eichel.

Für Bertram Hilgen, so sagte er einmal selbst bei seinem Amtsantritt, besteht das Leben aus viel Arbeit, wenig Schlaf und sonst nichts. Das war vermutlich ein wenig geflunkert. Er ist ohne Zweifel diszipliniert, auch, was die körperliche Fitness angeht. Er hat aber auch Hobbys: Hilgen wandert gern, liebt Technik, vor allem Uhren. Und sein privates Auto, einen alten Saab 900, den er sorgsam pflegt. Vermutlich ist das Auto ebenso gut in Schuss wie sein Besitzer. (tho)

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