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Monopol gefallen: Drei Fernbus-Anbieter fordern Bahn heraus

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Kassel. 80 Jahre lang schützte ein Gesetz die Deutsche Bahn vor Konkurrenz durch Fernbuslinien. Seit dem 1. Januar 2013 ist dieses Monopol hinfällig:

Laut Regierungspräsidium Kassel haben bereits drei Unternehmen Lizenzen beantragt, um mit Buslinien in Kassel zu starten. Die Preise liegen deutlich unter denen der Bahn.

Bisher galt die Regel: Wo eine Bahnverbindung besteht, dürfen Fernbusse nicht fahren. Ausnahmen existierten für Verbindungen, die für die Bahn keine Bedrohung darstellten, ins Ausland führten oder für Unternehmen, an denen die Bahn beteiligt war, wie Berlin Linien Bus. Das hat sich jetzt geändert: Sogar Post und ADAC prüfen einen Einstieg in das Busgeschäft.

Eines der Unternehmen, das von Kassel aus starten möchte, ist Frölich-Reisen aus Hessisch Lichtenau. „Wir haben den Antrag beim Regierungspräsidium gestellt und starten am 28. Januar mit dem Betrieb“, sagte Geschäftsführer Bernd Frölich.

Welche zwei anderen Unternehmen eine Lizenz in Kassel beantragt haben, konnte Pressesprecher Michael Conrad vom Regierungspräsidium in Kassel noch nicht sagen. „Die Vergabe von Lizenzen für die Strecken wird sich aber in den kommenden Wochen entscheiden“, sagte Conrad.

Weitere Anbieter, die in Kassel halten, können noch hinzukommen. Denn eine Lizenz des Regierungspräsidiums Kassel ist nur nötig, wenn die Buslinien in der Fuldametropole starten.

Frölich-Reisen wird die Strecke Köln-Dortmund-Kassel-Göttingen-Leipzig-Dresden befahren. Die Fahrt von Kassel nach Leipzig bieten es für 19 und Kassel-Dortmund für 14 Euro an. Bei der Bahn kosten die Strecken 41,70 beziehungsweise 35,70 Euro. „Wir starten zweimal am Tag von Kassel aus Richtung Köln und zweimal in Richtung Dresden“, erklärte Frölich. Eine Million Euro investiert der 52-Jährige in Busse und Personal.

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