Nach 1955 und 1981 gibt es 2021 die Chance für weitere Bundesgartenschau

Dritte Buga für Kassel ?

Seit 30 Jahren eine grüne Oase in der Stadt: Das Buga-Gelände mit seinen Freizeitmöglichkeiten entstand ebenso wie dieses Postkartenmotiv zur Bundesgartenschau im Jahr 1981. Foto:  HNA-Archiv/nh

Kassel. In Kassel könnte nach 1955 und 1981 eine weitere Bundesgartenschau stattfinden. Die CDU will klären lassen, wie die Chancen stehen. Alle anderen Fraktionen stimmen dem zu.

? Wann könnte die Bundesgartenschau frühestens wieder in Kassel stattfinden?

! Im Jahr 2021. Für die nächsten neun Jahre sind die Austragungsorte bereits vergeben.

? Wo könnte so eine Großveranstaltung überhaupt stattfinden?

! Die CDU schlägt zwei Schwerpunkte vor: den Kasseler Osten und Uferbereiche an der Fulda.

? Sollen dann bei Salzmann Blumen blühen?

Blütenpracht vor der Orangerie: Die Bundesgartenschau 1955 war für das immer noch stark zerstörte Kassel ein Hoffnungsschimmer. Foto:  HNA-Archiv/nh

! Im übertragenen Sinne schon. Durch die Buga könnten das Salzmanngelände und zum Beispiel auch das stillgelegte Hallenbad Ost einen Entwicklungsschub bekommen. Die Bereiche rund um den Kreisel (Platz der Deutschen Einheit) und am Müllheizkraftwerk hätten das ebenfalls nötig.

? Und was ist mit der Fulda?

! Von der Unterneustadt über den Kasseler Hafen und weiter Richtung Osten könnten wohnortnahe neue Freizeitmöglichkeiten entstehen.

? Wer würde von einer Buga profitieren?

! Von der Universität, die ihren Campus erweitern will, ist es nicht weit zur Fulda. Dort könnten neue, attraktive Wohnquartiere entstehen. Außerdem bietet sich für die Uni die Chance für intensive grüne Stadtplanung. Auch die SMA-Standorte in Niestetal und Kassel könnten aufgewertet werden.

? Was spricht für diese Überlegungen?

! Kassel hat von den beiden bisherigen Gartenschauen enorm profitiert. Das Buga-Gelände von 1981 mit den Badeseen möchte niemand mehr missen. Aus dem Begleitprogramm von 1955 ist mit der documenta eine der wichtigsten Ausstellungen für moderne Kunst entstanden.

? Was spricht dagegen?

! Es gibt ein finanzielles Risiko. Die Veranstalter der vergangenen Jahre haben sehr unterschiedliche Abschlüsse gemacht. Die verregnete Buga in München 2005 schloss mit einem Minus von 700 000 Euro. Völlig aus dem Ruder lief die mit der Buga vergleichbare Internationale Gartenbauausstellung in Rostock (2003) mit einem Defizit von 20 Millionen Euro.

? Geht es auch ohne Defizit?

! Gegenbeispiele sind die Buga in Schwerin (2009) mit einem Plus vom drei Millionen Euro und die in Potsdam (2001). Bei Letzterer wurde nicht nur ein ehemaliger Truppenübungsplatz zu einem Volkspark umgebaut, es blieb auch ein Überschuss von 4,3 Millionen Euro.

? Gibt es eine Tendenz, ob die Buga zum Draufleger wird?

! Der Bund der Steuerzahler warnt davor, sich bei den Gartenschauen zu verkalkulieren. Die meisten dieser Großveranstaltungen hätten mit einem Defizit abgeschlossen. Wichtig sei, auch an die Folgekosten zu denken.

? Wie geht es jetzt weiter?

! Wenn die Stadtverordneten grünes Licht geben, startet die Anfrage. Die Bundesgartenschaugesellschaft mit Sitz in Bonn entscheidet, welcher Bewerber wann zum Zug kommt.

Von Thomas Siemon

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