Mitgliederzahlen wachsen - Aber Sorgen wegen neuer Gesetze

Drohnen beflügeln Kasseler Modellflieger

Kassel. Das Fliegen mit Flugzeugmodellen ist beliebt wie nie: Allein in und um Kassel sind 650 Modellflieger in sechs Vereinen organisiert.

Noch einmal so viele gibt es ohne Vereinszugehörigkeit, schätzt der Präsident des Deutschen Modelflugverbandes (DMFW), Hans Schwägerl aus Kassel, in einem Gespräch mit der HNA.

Und es werden immer mehr: Der Mitgliederzuwachs lag in den vergangenen Jahren bei fast 20 Prozent. Das liegt an der zunehmenden Begeisterung vieler Menschen für sogenannte Multikopter oder auch Drohnen. Zehn Prozent aller Modellflieger fliegen inzwischen laut Schwägerl mit Drohnen und Koptern.

Aber: Am blauen Himmel der Modellflieger ziehen dunkle Wolken auf: Ein neues Gesetz könnte den Modellflug jetzt in seiner Existenz bedrohen, meinen die Hobby-Flieger. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will die luftrechtlichen Bestimmungen novellieren und eine generelle Flughöhenbegrenzung von hundert Metern für Modellflieger und ferngesteuerte Multikopter vorschreiben.

„Das wäre das Aus für 80 Prozent unserer 86 000 Mitglieder“, sagt Hans Schwägerl. Die Gesetzesnovelle würde den klassischen Modellflug „voll und ganz treffen“. Um in der Thermik, das heißt mit dem Aufwind, zu fliegen, benötigten die kleinen Flugobjekte eine Flughöhe von mindestens 600 Metern.

Während seiner Mitgliederversammlung in Kassel hat der DMFV jetzt mit der Initiative „Pro Modellflug - Hände weg von meinem Hobby“ eine Protestkampagne und Unterschriftenaktion gestartet.

Der Verband wehrt sich gegen den Vorwurf, der Modellflug gefährde die zivile Luftfahrt. Nach der Gesetzesnovelle soll es künftig zudem verboten sein, dass Modellflieger und Multikopter, die schwerer als 500 Gramm sind oder an denen eine Kamera angebracht ist, über Wohngebiete fliegen.

Rubriklistenbild: © Schmerer/Haaß

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