Ehemaliger Bundespräsident (FDP) gestorben

Walter Scheel in Kassel: Er kam zur Druckhaus-Eröffnung

Blick auf die Hessische Allgemeine: Als Außenminister kam Walter Scheel 1972 in das neue Presse- und Druckzentrum an der Frankfurter Straße. Links neben ihm der hessische Wirtschaftsminister Heinz-Herbert Karry, rechts Verleger Paul Dierichs. Repro: HNA 

Kassel. Der frühere Bundespräsident Walter Scheel ist tot. Er starb am Mittwoch mit 97 Jahren. Wir blicken auf einen seiner Besuche in Kassel zurück.

Er war der erste Vertreter der Politprominenz zur Eröffnung des Presse- und Druckzentrums. Am 2. Oktober 1972 besuchte der damalige Bundesaußenminister Walter Scheel (FDP) die HNA an ihrem neuen Standort am Park Schönfeld. Damals wurde er unter anderem von Verleger Dr. Paul Dierichs in Empfang genommen. Nach dem Rundgang durch das Druckhaus ging es weiter zum Rathaus, wo sich Scheel ins Goldene Buch der Stadt eintrug.

In Kassel war der nun im Alter von 97 Jahren verstorbene frühere Bundespräsident häufiger. Als Galionsfigur der FDP trat er hier wiederholt im Wahlkampf auf. In Erinnerung ist unter anderem der Besuch des Bundespräsidenten Scheel im Oktober 1978 geblieben. Anlass war damals das 25-jährige Bestehen des Kasseler Bundessozialgerichts. In gut zwei Stunden absolvierte Scheel damals ein Mammutprogramm.

Auf dem Weg ins Kasseler Rathaus: Das Foto mit (von links) Hans Eichel, Walter Scheel und Holger Börner entstand 1978. Foto:  Baron

Der Festakt mit Scheel zum Geburtstag des Bundessozialgerichts fand damals in den Räumen des Staatstheaters statt. Dort gab es ein großes Buffet für 450 Gäste. Im Angebot waren Lachs, Hummer, Aal und Rehrücken. Nach dem Essen ging es über den Friedrichsplatz zum Rathaus. Im Magistratssaal traf der Bundespräsident auf 100 Kasseler. Die seien per Computer nach dem Zufallsprinzip ausgewählt worden, schrieb der Reporter. Walter Scheel schüttelte damals viele Hände und nahm ein kleines Mädchen auf den Arm. So stellte man sich einen bürgernahen Präsidenten vor.

Der nahm von seinem Besuch auch ein ungewöhnliches Geschenk mit. Der Kasseler Peter Hertha war dafür verantwortlich. Der Erfinder wurde 1977 mit der Linearuhr, die bis heute an der Wilhelmsstraße steht, bekannt. Statt Ziffernblatt oder Digitalanzeige hatte Hertha auf 39 Lampen zur Darstellung der Uhrzeit gesetzt. Eine kleinere Version dieser Uhr schenkte er dem Bundespräsidenten.

Das damals vierjährige Mädchen auf dem Arm des Bundespräsidenten war Kristina Matt aus Fuldatal. Wir würden uns freuen, wenn sie sich meldet und erzählt, wie es damals war.

Kontakt: kassel@hna.de oder Tel. (0561) 203 14 07

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