Einbrecher aussperren: Kriminalpolizei gibt Ratschläge

Zeigten einbruchsichere Fenster: Polizeioberkommissarin Susanne Gottmann und Markus Gebauer. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Wenn es um das Thema Einbruch geht, hat fast jeder eine Geschichte zu erzählen, weiß Kriminaloberkommissar Markus Gebauer. Schlimmstenfalls hat er sie selbst erlebt. Kein Wunder, dass der Polizeistand bei der Bau- und Immobilienmesse in der Kasseler Stadthalle am Wochenende meist dicht umlagert war.

Gerade, wenn ein Neubau geplant wird oder aus Energieeffizienzgründen Fenster und Türen ausgetauscht werden sollen, ist dies eine wunderbare Gelegenheit, um auch gleich den Einbruchsschutz mit zu bedenken, rät Gebauer. Denn mit zertifizierten und geprüften einbruchhemmenden Produkten habe man eine Erfolgsrate von 97 Prozent, hält der Fachmann vor Augen. Dabei böten Fenster und Fenstertüren nach DIN EN 1627 mindestens der Widerstandsklasse (RC) 2 einen guten Einbruchsschutz.

Ältere Fenster lassen sich mit aufschraubbaren Zusatzsicherungen und geprüften einbruchhemmenden Fensterbeschlägen in Verbindung mit abschließbaren Fenstergriffen nachrüsten.

Auch einbruchhemmende Rollläden und Sicherungen für Kellerschächte und -fenster halten ungebetene Gäste fern. „Eine gute Nachbarschaft ist ein zusätzlicher kriminalitätshemmender Faktor“, sagt Gebauer. So sollen auch die Nachbarn aufgeschreckt werden, wenn Einbrecher durch Bewegungsmelder aktivierte Lampen auslösen, die an einbruchsgefährdeten Bereichen angebracht werden sollten.

Und wenn die Bewohner verreist sind, sollte man Nachbarn, Freunde oder Verwandte bitten, abends die Rollläden herunterzulassen, den Briefkasten zu leeren und die Anwesenheit der Bewohner vorzutäuschen, indem zum Beispiel mal ein Besen umgestellt wird. Auch die Fenster sollten kontrolliert werden, denn manche Täter steckten Papierschnipsel in die Fensterritze, um zu prüfen, ob jemand im Haus ist, der diese öffnet. Auch eine an eine Zeitschaltuhr angeschlossene Lampe könne helfen, Anwesenheit vorzutäuschen, so Gebauer.

Wie gravierend die Folgen eines Einbruchs sein können, machte Gebauer an diesen Zahlen deutlich: Zwischen 15 und 20 Prozent der Einbruchsopfer suchen sich eine neue Wohnung oder verkaufen sogar ihr Haus. Deshalb bietet die Kasseler Polizei auch künftigen Bauherren eine kostenfreie Bauplanberatung anhand von Bauplänen im Polizeiladen (Anmeldung unter Tel. 17171) an.

Infos zum Thema gibt es im Internet unter www.k-einbruch.de

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