Polizei informierte bei HNA-Veranstaltung

Einbrecher schlagen in Kassel häufiger zu: Sie kommen gern ab 16 Uhr

Kassel. Das Interesse war groß. Knapp 100 Leser der HNA nahmen am Donnerstagabend an einer Infoveranstaltung der Polizei zum Thema Einbruchsprävention statt.

Polizeioberkommissarin Susanne Gottmann und Kriminaloberkommissar Markus Gebauer, Mitarbeiter des Fachbereichs Kriminalprävention, gaben Tipps und beantworteten Fragen zu dem Thema. Hier finden Sie einige Antworten.

Gibt es Schwerpunkte in Stadt und Landkreis Kassel, wo Einbrecher besonders gern zuschlagen?

In der Stadt Kassel gibt es mehr Einbrüche als auf dem Land. Zur Begründung sind hier Anonymität und Bevölkerungsdichte als erstes zu nennen. Im Hinblick auf Brennpunkte in der Stadt oder auf dem Land gibt es keine Auffälligkeiten, dass ein bestimmter Stadt- oder Ortsteil, ein Quartier oder Viertel oder bestimmte Straßenzüge besonders häufig von Tätern aufgesucht werden. Gleichwohl kann ein Brennpunkt entstehen, wenn innerhalb einer bestimmten Zeit an bestimmten in der Nähe liegenden Örtlichkeiten mehrere Einbrüche festgestellt werden.

Wie viele mutmaßliche Einbrecher hat die Kasseler Polizei in diesem Jahr festgenommen? 

Die Kasseler Polizei hat in diesem Jahr rund 40 Tatverdächtige festgenommen, die für Einbrüche in der Region in Frage kommen. Hinzu kommen aber auch eine unbestimmte Zahl von Tatverdächtigen, die durch andere Dienststellen festgenommen worden sind, denen Straftaten auch in der hiesigen Region zugeordnet werden können.

Handelt es sich bei den Einbrechern in Stadt und Landkreis vorwiegend um Junkies oder um die Organisierte Kriminalität? 

Man unterscheidet grob zwischen örtlichen, überörtlichen und reisenden Tätern. Der örtliche Täter ist überwiegend drogenabhängig. Der überörtliche Täter – er wohnt in benachbarten Orten und kehrt nach Straftaten dorthin zurück – und der reisende Täter – dieser zieht quer durchs Land und begeht Einbrüche – fallen eher unter die organisierte Kriminalität. Die drei Gruppen teilen sich etwa gleichmäßig den allergrößten Teil der Gesamtstraftaten.

Wann wird hauptsächlich eingebrochen? 

Die meisten Einbrüche werden zwischen 16 und 23 Uhr begangen.

Gibt es Tricks, wie man sich vor Einbrechern schützen kann? 

Ein Wohnungseinbruch belastet die Opfer oftmals stark. Die Verbesserung des technischen Einbruchsschutzes ist besonders wichtig, um möglichst viele Täter scheitern zu lassen und damit den Versuchsanteil zu erhöhen. Mittlerweile misslingen über 40 Prozent der Einbrüche nicht zuletzt durch vorhandene Sicherungseinrichtungen und eine aufmerksame Nachbarschaft. Tipps, wie man sich vor Einbrüchen schützen kann, gibt es auch unter www.k-einbruch.de

Wie sollte man sich verhalten, wenn man einen Einbrecher in der Wohnung überrascht? 

Man sollte sich dem Einbrecher keinesfalls in den Weg stellen oder ihn gar angreifen. Es besteht sonst die Gefahr, eine Eskalation auszulösen. Einbrecher wollen nicht entdeckt werden. Werden sie überrascht oder treffen unvermutet auf Bewohner, ergreifen sie in aller Regel die Flucht.

Wie viel muss man investieren, um Haus beziehungsweise Wohnung vor Einbrechern zu schützen? 

!Dies ist sehr individuell und kann nur im Einzelfall annähernd dargestellt werden. Die Polizei gibt in den polizeilichen Beratungsstellen bundesweite Herstellerlisten aus. Wie immer gilt auch hier, dass Vergleiche geeignet sind, Geld zu sparen.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau unterstützt im Übrigen durch Kredite und Zuschüsse.

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