Stadt erst Mitte 2017 ohne Baustellen

Fahrt mit Hindernissen: So viel Zeit kosten die Kasseler Großbaustellen

+
Schilderwald: An der Wehlheider Kreuzung ist nun das Rechtsabbiegen für Autofahrer wieder erlaubt. Lastwagen müssen weiter geradeaus fahren.

Kassel. Ob Leipziger Straße oder Wehlheider Kreuzung – in Kassel häufen sich derzeit verkehrsbeeinflussende Großbaustellen.

HNA-Volontär Daniel Zander testete im Selbstversuch, wie viel Zeit die Baustellen die Autofahrer kosten:

Eine Autofahrt durch Kassel ist derzeit vergleichbar mit einer Odyssee. Vielerorts stauen sich die Autos, die Verkehrsführung wird geändert und durch die Fensterscheiben sind gehetzte und gestresste Blicke zu sehen. Doch wie viel Zeit kosten die Baustellen wirklich? Kommen die Kasseler Autofahrer schneller voran als gedacht? Wir begeben uns im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr auf eine Testfahrt und berichten vom aktuellen Stand der Kasseler Großbaustellen.

Wehlheider Kreuzung

Die Tour durch Kassel startet an der Kohlenstraße. In Richtung der Wehlheider Kreuzung baut sich bereits von Weitem ein großer Schilderwald auf, der einen auf den ersten Blick verzweifeln lässt. Wo darf ich noch wie abbiegen? Wie viel Zeit kostet mich die Baustelle? Das Tempo der Autos sinkt auf 30 km/h, vor der Kreuzung beginnt es sich zu stauen. Konnte man von der Kohlenstraße aus noch links auf die Schönfelder Straße abbiegen, ist das nun nicht mehr möglich.

Immerhin: Die rechte Spur, die zur Ludwig-Mond-Straße führt, ist für Autofahrer wieder frei. Aber egal, ob man rechts auf die Ludwig-Mond-Straße oder geradeaus auf die Tischbeinstraße fährt, die Baustelle kostet weniger Zeit als gedacht. Trotz Tempo 30 und der oftmals roten Ampel vergehen kaum mehr als zwei Minuten, bis die lärmende Großbaustelle überwunden ist.

Das ist in der Gegenrichtung anders. Es geht kaum gut voran, viele Autofahrer, die geradeaus auf die Kohlenstraße wollen, haben große Mühe, ihre gestressten Blicke zu verbergen. Die Bauarbeiter weisen die Autos ständig an, sich links einzuordnen, da die rechte Spur zur Wilhelmshöher Allee gesperrt ist. Drängelnde und aufgebrachte Fahrer lassen nur selten Fahrzeuge auf die linke Spur, der Begriff „Reißverschlussverfahren“ scheint ein Fremdwort zu sein. Das Prozedere dauert so mehr als sechs Minuten – eindeutig zu lang.

Wilhelmshöher Allee

Es sind nur wenige Meter, bis mit der Wilhelmshöher Allee die nächste Baustelle folgt. Noch etwas verstimmt von der Wehlheider Kreuzung, muss zwischen Querallee und Rathenauplatz in beiden Fahrtrichtungen die Geschwindigkeit wieder auf 30 km/h gedrosselt werden. Der Zorn hält sich aber in Grenzen, da das Tempo zwar langsamer ist, es jedoch keine zwei Minuten dauert, bis der Verkehr wieder fließt. Keine gesperrten Einfahrten, keine lange Wartezeit. Hier kommen die Autofahrer mit einem blauen Auge davon.

Friedrich-Engels-Straße

Von der Baustelle auf der Wilhelmshöher Allee geht es über den Rathenauplatz zum Königstor. Hier ist zwar keine Baustelle, aber dennoch Tempo 30. An der Einmündung zur Friedrich-Engels-Straße folgt dann eine unangenehme Überraschung: Die Straße ist zwischen den Bereichen Friedrich-Ebert-Straße und Königstor komplett gesperrt. Die Autofahrer müssen über die Karthäuserstraße und die Straße Hinter der Komödie die Sperrung umfahren, was weitere Zeit und Nerven kostet.

Platz der dt. Einheit

Durch die stark befahrenen Kreuzungen am Stern und am Altmarkt geht es zum Platz der Deutschen Einheit. Doch ist es dort nun nicht mehr möglich, auf die Leipziger Straße zu gelangen. Eine große Absperrung zwingt die vielen Wagen, auf die ausgeschilderte Umleitung auszuweichen.

Diese schickt die Fahrer auf einen Umweg über die Dresdener Straße, der geschlagene acht Minuten dauert. Vorbei am Müllheizkraftwerk Kassel kann für Ortsfremde zunächst der Eindruck entstehen, dass man völlig falsch unterwegs ist, bis die Umleitungsschilder die Autofahrer über die Sandershäuser Straße wieder auf die Leipziger Straße führen. Diese Umleitung kostet viel Zeit.

Fazit

In Kassel mit dem Auto unterwegs zu sein, ist derzeit zwar mit viel Stress verbunden, Zeit kostet es die Autofahrer aber nicht so viel wie zunächst erwartet. Lediglich die Wehlheider Kreuzung ist mit den gesperrten Spuren eine zeitintensive Baustelle. Ansonsten sind nicht die Baustellen, sondern besonders die Umleitungen ein Ärgernis. Entweder sind sie schlecht beschildert oder kosten, wie im Fall der Leipziger Straße, die Kasseler Autofahrer zu viel Zeit.

Lesen Sie auch:

- Autofahrer müssen Geduld haben: Kassel erst Mitte 2017 ohne Baustellen

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.