Selbstständigkeit der Provinz endete damals

Einmarsch der Preußen in Kassel vor 150 Jahren: Was alles von Kurhessen blieb

Zeitgenössische Illustration: Auf dem Friedrichsplatz fand vor 150 Jahren der Festakt statt. Damals wurde Kurhessen von Preußen annektiert. Das Gebäude vor Kopf ist das Residenzpalais. Von dem Weißen Palais mit den Säulen ist der Portikus erhalten geblieben. Er gehört heute zum Modehaus Sinn Leffers. Repro:  Stadtmuseum/nh

Kassel. Die Kasseler haben ihrem letzten Kurfürsten keine Träne nachgeweint. Friedrich Wilhelm I. galt als selbstherrlich und war ein entschiedener Gegner aller politischen Veränderungen, insbesondere der bürgerlichen Freiheitsbestrebungen.

Als die preußischen Soldaten in Kassel einmarschierten, hofften die Menschen deshalb auf bessere Zeiten und begrüßten die neuen Machthaber mit einem Festakt auf dem Friedrichsplatz. Das war vor genau 150 Jahren am 8. Oktober 1866.

An diesem Tag wurde Kurhessen nach Jahrhunderten der politischen Selbsständigkeit zu einem Teil Preußens. Der Name blieb allerdings bis heute erhalten. Von der Kurhessen Therme über das Unternehmen Regionalverkehr Kurhessen bis zum Angelverein Kurhessen und der Kurhessischen Getränke GmbH gibt es viele Beispiele dafür. Auch der Vorgängerverein des KSV Hessen Kassel, der Fußballverein Kurhessen, hat seinen Namen aus dieser Zeit. Die Kurhessenhalle in Niederzwehren war nach dem Krieg Kassels erste Multifunktionshalle, es gibt den Automobilclub AvD Kurhessen, die evangelische Kirche von Kurhessen Waldeck, den Ruderverein Kurhessen - und noch einige mehr.

Das Grab des 1875 gestorbenen letzten Kurfürsten und weiterer Familienmitglieder befindet sich übrigens in der Nähe der Lutherkirche und der Kurfürstengalerie. Seit Jahren versucht die Stadt, die fürstlichen Nachfahren dazu zu bewegen, sich mehr um das zugewachsene Grab zu kümmern. Bislang vergeblich.

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