City-Kaufleute wollen Alleinstellungsmerkmal Kassels nutzen

Einzelhändler werben für die documenta

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Geschäfte machen Lust auf Kunst: Von links Alexander Schmidt-Hellwig vom Vorstand der City-Kaufleute, documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff und Alexander Wild (City-Kaufleute) mit Plakaten für die Aktion der Einzelhandelsgemeinschaft.

Kassel. Die weltweit wichtigste Kunstschau findet zwar nur alle fünf Jahre statt, doch in Kassels Zentrum ist überall und ständig documenta.

Die Beuys-Eichen, der Himmelsstürmer, der Rahmenbau mit Aueblick und vieles mehr - in kaum einer anderen Stadt ist die Dichte an hochkarätiger Kunst so hoch. Als Schenkungen oder Ankäufe vergangener documenta-Schauen sind diese Werke in Kassel zum Bestandteil des öffentlichen Raums geworden.

Diese Einzigartigkeit will nun die Gemeinschaft der City-Kaufleute nutzen, um ihre Kundschaft auf den documenta-Sommer 2017 einzustimmen und zugleich eine kulturelle Ergänzung für den Innenstadtbummel zu empfehlen: Zum verkaufsoffenen Sonntag bei der Casseler Freyheit am kommenden Wochenende werden viele Geschäfte mit Aufstellern, Plakaten und Broschüren auf die Möglichkeit hinweisen, sich mit dem eigenen Smartphone oder Tablet als Audio-Führer auf die Spuren der documenta im Stadtgebiet zu begeben.

Das Ganze funktioniert per individueller Internetverbindung (siehe Hintergrund): Man ruft eine bestimmte Website auf, wählt einen von drei Rundgängen aus (oder beginnt an einem beliebigen Punkt) und lässt sich dann von einer Sprecherstimme in leicht verständlicher Form über einzelne Kunstwerke und über die documenta-Geschichte informieren.

16 Arbeiten werden eingehend vorgestellt, bei den Rundgängen hat man die Wahl zwischen einer Kurztour rund um den Friedrichsplatz, einem Spaziergang durch die Karlsaue (1,5 Kilometer) und einer Kunst-Exkursion quer durch die Stadt (5,8 Kilometer). Die Stadt Kassel und die documenta-GmbH hatten im Sommer dieses System vorgestellt, dessen Entwicklung 50 000 Euro gekostet hat.

Mit eigenen Werbemitteln wollen die City-Kaufleute nun ihrerseits das Angebot bekannt machen - nicht nur am kommenden Wochenende. „Das ist für uns ein längerfristiges Projekt, das wir in den kommenden Monaten immer wieder aufgreifen wollen“, sagte Alexander Wild vom Vorstand der Einzelhändlergemeinschaft. So solle es beispielsweise Präsentationen zur documenta-Geschichte in Einkaufsgalerien geben oder auch Schwerpunktveranstaltungen zu bestimmten documenta-Ausstellungen der Vergangenheit.

Documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff begrüßte die Initiative der Innenstadtkaufleute: „Wir arbeiten gemeinsam daran, dass die Menschen ein fortwährendes Bewusstsein für die documenta und ihre Geschichte entwickeln - auch außerhalb der 100 Ausstellungstage alle fünf Jahre.“

Hintergrund: So funktionieren die Kunst-Rundgänge

Die Rundgänge durch die documenta-Geschichte kann man für sein persönliches Smartphone oder Tablet wie folgt aufrufen: über die Website www.documenta-historie.de sowie über die App www.izi. travel.de und über QR-Codes an den Kunstwerken. Per Standorterkennung kann man sich über eine von drei Routen führen lassen - beim Klick auf das jeweilige Kunstwerk werden Erläuterungen dazu abgespielt.

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