Aktion zielt auf spätere Rückkehr der Gymnasien zu G 9 ab

Eltern protestieren weiter gegen Turbo-Abi

Kassel. Protest gegen das verkürzte Abitur G 8 und kein Ende: Kasseler Eltern von Viertklässlern haben zusammen mit dem Stadtelternbeirat eine Unterschriftenaktion gestartet. Ziel ist es, den neuen Fünftklässlern die Möglichkeit einzuräumen, auch zu einem späteren Zeitpunkt zu G 9 zurückzukehren.

Für das Schuljahr 2013/14 haben sich in Kassel von 1498 Viertklässlern 555 für den Besuch eines Gymnasiums angemeldet. Im Landkreis möchten 308 von 1740 Kindern ein Gymnasium besuchen.

Ab Herbst 2014 führen die staatlichen Kasseler Gymnasien ihre Schüler ab der Klasse 5 voraussichtlich wieder in neun (G 9) statt in acht Jahren zum Abitur. Vor knapp einem Jahr hatte die Landesregierung nach anhaltender Kritik an G 8 den Weg für diese Option freigemacht. Hessenweit reagierten 39 von 107 staatlichen Gymnasien sofort. Sie werfen bereits ab dem kommenden Schuljahr das Turbo-Abitur über Bord.

Die Kasseler Gymnasien werden dies erst zum Schuljahr 2014/15 realisieren. Sie benötigten mehr Zeit zur Vorbereitung, sagten die Schulleiter. Bis Ende April sollen die Entscheidungsprozesse abgeschlossen sein. Deshalb werden die künftigen Fünftklässler zunächst ebenso wie die acht Jahrgänge zuvor noch einmal G 8 machen.

88 Prozent lehnen Turboabi ab

„Das ist frustrierend“, sagt Alexandra Koukal, Mutter einer Viertklässlerin, die sich fürs Gymnasium angemeldet hat: „Der Jahrgang unserer Kinder muss mit einem Auslaufmodell leben.“ Dabei sei der Elternwille zurück zu G 9 eindeutig. Eine Befragung des Stadtelternbeirats hatte jüngst ergeben, dass 88 Prozent aller Familien das Turbo-Abi ablehnen.

Wenig Hoffnung auf einen Erfolg der Protestaktion macht Christian Henkes, Sprecher von Kultusministerin Nicola Beer (FDP). Nachträglich sei da nichts mehr zu machen. Eine diesbezügliche Klage von Eltern aus Südhessen bezeichnete er als chancenlos.

Von Christina Hein

Rubriklistenbild: © Symbolbild

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