Engelsburg-Gymnasium: Mit 2,14 den besten Schnitt beim Abi 2016

Kassel. Sie haben's geschafft: 1358 Schüler haben in diesem Schuljahr in Kassel ihr Abitur bestanden und starten jetzt in eine neue Zukunft - erst mal ohne Schule.

Auch in diesem Jahr gab es Schüler, die ihr Abitur mit der herausragenden Note 1,0 abgelegt haben: 22 an der Zahl. Insgesamt liegt der Abischnitt aller Kasseler Schüler bei 2,4. Das Lichtenberg-Gymnasium des Landkreises, das Goethe-Gymnasium und die Albert-Schweitzer-Schule entsprechen diesem Schnitt exakt.

An der Spitze im Noten-Ranking liegt das Engelsburg-Gymnasium mit einem Abischnitt von 2,14. Vor allem aber ist das katholische Privatgymnasium die Kasseler Schule, die als einzige allen Prüflingen zur Hochschulreife verholfen hat.

Thorsten Prinz, der stellvertretende Schulleiter der Engelsburg, äußert sich zu diesem Spitzenplatz bescheiden: „Es handelt sich vor allem um einen singulär wirklich sehr guten Jahrgang.“ Die Schüler haben das Abitur in acht Jahren ab der Klasse fünf gemacht, haben also das so genannte Turbo-Abi abgelegt.

Inzwischen bietet die Engelsburg wie andere weiterführende Schulen auch G 8 und G 9 parallel an. Aber erst der jetzige Jahrgang sieben ist gemischt, so Prinz. Die zwei kommenden Abi-Jahrgänge machen noch ein G 8-Abitur. „Der Wunsch, beides anzubieten, kam aus der Elternschaft“, erläutert Prinz.

Er ist überzeugt vom G 8-Konzept seiner Schule, dessen Ziel es ist, den vielbeschworenen Druck rausnehmen. Es sei so gestaltet, „dass wir den Schülern einerseits die notwendige Bildung zukommen lassen, sie aber fachlich und psychologisch nicht überfordern“. Für die Jahrgänge 7 und 8 sei der Nachmittagsunterricht gestrichen, stattdessen gebe es vor den Herbstferien eine Studienwoche mit Kompaktunterricht. „Dadurch kommen wir mit weniger Nachmittagsunterricht aus.“ Zudem sei man zu einer neuen Hausaufgabenkultur übergegangen. „Wir haben Hausaufgaben auf das notwendige reduziert.“ Sie könnten häufig effizienter durch Übungsphasen im Unterricht ersetzt werden. „Das heißt nicht, dass wir gar keine Hausaufgaben mehr haben.“ Sie seien aber nicht obligatorisch „und wenn dann sehr dosiert“.

Außerdem würden die Schüler „eng“ beraten und begleitet, damit sie durch die Oberstufe nicht einfach nur durchlaufen. „Wo wir Schwierigkeiten sehen, werden Schüler verstärkt gefördert. Oder aber wir raten ihnen zu einem anderem Abschluss.“

Zum Thema Abinote sagt Michael Kircher, Schulleiter der Friedrich-List-Schule: „Die Note strahlt nach außen, sie sagt aber nichts darüber aus, was ein Schüler für sich erreicht hat.“ An der List-Schule folge man dem Gedanken, alle Schüler möglichst gut zu fördern und zum Anschluss zu bringen. „Unser Ziel ist es, Kompetenz fürs Leben zu vermitteln“, sagt Kircher.

Rubriklistenbild: © Moritz Gorny

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