Falsche Auskünfte über Anträge

Entgegen Angaben der Stadt: Eltern wollen gesamte Kita-Gebühren zurück

Die Aufarbeitung des Kita-Streiks sorgt in Kassel nach wie vor für Diskussionen: Jetzt kritisiert der Gesamtelternbeirat der Kitas die Stadt wegen ihrer Äußerungen zu den Erstattungsanträgen der Eltern. Unser Foto zeigt den Streik-Hinweis im Mai an der Kita Brückenhof. Archivfoto: Fischer

Kassel. Die Rückzahlung von 66,66 Prozent ist beschlossene Sache: Doch sorgt in Kassel die Erstattung der während des Streiks gezahlten Kita-Gebühren erneut für Diskussionen.

Mit großer Verwunderung hat am Mittwoch der Gesamtelternbeirat (GEB) der städtischen Kindertagesstätten auf Äußerungen der Stadt zu den Erstattungsanträgen der Eltern reagiert. Nach seinen Angaben haben Eltern sehr wohl die volle Erstattung beantragt, berichtet Dr. Cornelia Janusch, eine von drei Vorsitzenden des Kita-Gesamtelternbeirats.

Die Aussage der Stadt vom 5. Dezember in der HNA „es lägen keine Anträge auf Erstattung vor“ sei unrichtig gewesen, kritisiert der GEB. Sie habe viele Eltern verunsichert, ihre eingereichten Anträge würden nicht beachtet. Die Aussage der Stadt vom 16. Dezember in der HNA „es lägen keine Anträge auf Erstattung der gesamten während des Streiks gezahlten Kita-Gebühren vor“ erweckt laut Elternbeirat „einen geradezu absurden Eindruck und ist darüber hinaus nicht nur unnötig, sondern auch unrichtig“.

„Natürlich haben alle Eltern, die bisher Anträge auf Erstattung der Gebühr für die Betreuung und das Essensgeld für den Zeitraum des Streiks gestellt haben, diesen mit der Absicht auf volle Erstattung gestellt“, betont der Beirat. Niemand in der Elternschaft käme auf die Idee, nur eine anteilige Erstattung erzielen zu wollen. In den über den Elternbeirat an die Eltern verteilten Musteranträgen heißt es: „Wir fordern die Neubescheidung und Rückerstattung der Gebühr für die Betreuung und das Essensgeld für den Zeitraum des Streiks.“

„Weiter kann sich die Entfernung der Verantwortlichen gegenüber den Eltern, in deren Auftrag sie deren Gelder verwalten und die Kindertagesstätten organisieren, nicht zum Ausdruck bringen“, beklagt der GEB. Die Äußerung der Pressestelle zu den Erstattungsanträgen der Eltern sei nicht nachvollziehbar und werfe Fragen auf.

„Seltsamer Beigeschmack“

Bedauerlich sei, dass der positive Verlauf der Diskussionen um die Gebührenerstattung, bei denen das Jugendamt stets ein guter Gesprächspartner der Eltern und des GEB gewesen sei, nun diesen „unnötigen seltsamen Beigeschmack bekommt“.

Dem GEB-Vorstand, der im Oktober gewählt wurde, gehören als Vorsitzende Schahin Djawadi (Kita Harleshausen I), Cornelia Janusch (Brasselsberg) und Oliver Klingschat (Landaustraße) sowie die Stellvertreter Franziska Fröhlich (Landaustraße), Bettina Haferun (Ahnabreite) und Denny Tietz (Oberzwehren) an.

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