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Entrüstung über vermeintliche Islamisten-Kriegsflagge am Fridericianum

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Von: Jörg Steinbach

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Was der einstige Landesfürst wohl dazu gesagt hätte: Die schwarze Flagge über der Kunsthalle Museum Fridericianum am Friedrichsplatz mit dem Denkmal für Landgraf Friedrich II. © HNA/Koch

Kassel. Die schwarze Flagge auf dem Zwehrenturm am Fridericianum erinnert viele  Menschen an den barbarischen Krieg in Syrien und im Irak. Doch eigentlich soll sie für die aktuelle Ausstellung in der Kunsthalle werben.

Doch die Fahne mit dem persisch-arabischen Schriftzeichen habe nichts mit dem gefürchteten Symbol der Terroristen des Islamischen Staates (IS) zu tun, sagt Susanne Pfeffer, Direktorin der Kunsthalle Fridericianum. Die schwarze Flagge wirbt für die aktuelle Ausstellung „Aftershock Poetry“ des Künstlers Farhad Fozouni.

Bereits seit der Ausstellungseröffnung am 6. September weht die Fahne über dem Museum am Friedrichsplatz. Es habe bisher keine Beschwerden, aber mehrere Anfragen per E-Mail gegeben, berichtet die Museumschefin. Man habe dann erkl

ärt, dass auf der Flagge ein persisch-arabisches Verdoppelungszeichen zur Aussprache zu sehen ist. Um solche Zeichen gehe es auch in der Ausstellung des persischen Künstlers, die noch bis zum 2. November zu sehen ist.

Kritik am schwarzen Tuch, das über dem Zwehrenturm im Wind weht, will Susanne Pfeffer nicht gelten lassen. Man müsse genau hinschauen und die Sache differenziert betrachten, fordert sie. Die Fahne, die auf die Kunstausstellung aufmerksam machen soll, „sieht ja schon sehr anders aus“ als die in Deutschland verbotene Kriegsflagge der Islamisten. Die Werbefahne über dem Museum sei nicht mit dem Symbol des Isis-Terrorismus gleichzusetzen. Wegen der radikalen Islamisten „dürfen wird nicht die gesamte arabische Welt aburteilen“, ist die Kunsthallen-Direktorin überzeugt.

Viele Menschen sind entrüstet über die Flagge, die fatal an das Symbol des menschenverachtenden Islamischen Staates erinnert. Sie fordern, die Fahne abzunehmen.

Das sagt die Direktorin der Kunsthalle Museum Fridericianum, Susanne Pfeffer:

„Die Fahne zeigt ein Verdopplungszeichen des persisch-arabischen Alphabets. Das Zeichen wird herkömmlich über den doppelt zu sprechenden Buchstaben gesetzt. Damit erhält das Verdopplungszeichen eine Definitionsmacht – es kann beispiel

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sweise das Wort „Koma“ zum „Komma“ machen. Der Künstler spielt in seinen Arbeiten häufig mit solchen diakritischen Zeichen. Er löst sie dabei allerdings von ihrer Basis, den Buchstaben. Ein Verdopplungszeichen ohne Buchstabe darunter wird funktionslos. Welchen Laut sollen wir doppelt sprechen? Das Verdopplungszeichen bleibt hier stumm und unser Blick wird auf seine ästhetischen Qualitäten gelenkt. Die Fahne ist integraler Bestandteil der Einzelausstellung von Farhad Fozouni mit dem Titel „Aftershock Poetry“.

Von Jörg Steinbach

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