Jason Tresko (7) wird eingeschult

„Ich will so gerne lesen lernen“ - Was ein Erstklässler sich wünscht

Dino auf der Tüte: Jason und seine Mama Jenny Tresko sind startklar für die Schule. Foto: Hein

Kassel. Jason ist bestens vorbereitet auf seinen großen Tag, die Einschulung in die erste Klasse der Jean-Paul-Schule in Kassel. Wir haben mit ihm über seine Erwartungen gesprochen. 

Mit Mama Jenny Tresko war er beim Friseur und zwei neue Paar Turnschuhe hat er ebenfalls bekommen. Nur über das Outfit zum Schulstart sind sich Mutter und Sohn noch nicht ganz einig. Jason möchte gerne das T-Shirt mit dem Totenkopf anziehen. Aber Mama Jenny schüttelt den Kopf. „Nein“, sagt sie ruhig und bestimmt, „an so einem Tag kannst du mal ein Hemd anziehen.“

Und schließlich gibt es auch schon den schicken Schulranzen mit allem Pipapo. Jason hat jede einzelne Seitentasche und jeden Reißverschluss gründlich unter die Lupe genommen. Man weiß ja nie, vielleicht gibt es ja irgendwo ein Geheimfach zu entdecken. Verziert werden Schultasche, Federmäppchen, Turnbeutel und auch die dazu passende Zuckertüte von einem bedrohlich das Maul aufreißenden Dinosaurier. „Eigentlich hatte ich mir ja als Motiv Star Wars gewünscht“, sagt der Siebenjährige, „aber der Dino ist auch okay.“

Das Beste ist: Jason freut sich schon auf die Schule. „Ich will so gerne lesen lernen“, sagt er und guckt einen dabei offen und freundlich an. Und natürlich: neue Freunde kennenlernen, denn die Treskos sind erst vor wenigen Monaten von Rotenburg nach Kassel gezogen. Der Schulstart ist deshalb für Jason ein Neuanfang auf vielen Ebenen.

Ein Grund für den Ortswechsel war auch die Schulwahl, erzählt Jenny Tresko. Bei Jason wurde ADHS, das Syndrom Aufmerksamkeitsdefizit, diagnostiziert. Deshalb soll er die heilpädagogische Privatschule für Erziehungs- und Lernhilfe auf der Marbachshöhe besuchen. Dafür muss Jason, der mit seiner Mama, ihrem Lebensgefährten und Katze Kitty in der Nordstadt wohnt, die ganze Stadt durchqueren. Allerdings nicht zu Fuß – ein Sammeltaxi fährt ihn künftig zur Schule.

„Die Jean-Paul-Schule ist richtig für Jason.“ Davon ist Jenny Tresko überzeugt. Ihr pfiffiger Sohn, der es liebt, mit Legosteinen zu spielen und Neues auszutüfteln, werde die nötige Förderung erhalten. Dort bereiteten die Kinder beispielsweise ihr Frühstück selbst, backten Brot und lernten kochen. Sie selber sei gerne zur Schule gegangen, erzählt sie. Das wünsche sie sich auch für Jason. An seine Einschulung am Freitag – vorher gibt es einen Kennenlerntag – soll er sich als etwas Besonderes erinnern. Deshalb kommen ihm zu Ehren auch Onkel, Tante und die 14-jährige Schwester, die beim Vater lebt, sowie die Eltern von Jennys Lebensgefährtem. „Mittags werden wir schön essen gehen“, sagt sie. Ob Jason dann ein Totenkopf-T-Shirt oder ein gebügeltes Hemd tragen wird? Wer weiß.

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