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Ex-MEG-Vorstand zu Forderungen: „Das ist doch sittenwidrig“

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Von: Frank Thonicke

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Mehmet Göker
Ex-MEG-Vorstandschef Mehmet Göker. © Archivfoto: Herzog

Kassel. Wer von der früheren MEG-Führungsriege muss die von der Halleschen Versicherung geforderten knapp 1,5 Millionen Euro im Falle einer Verurteilung bezahlen? Die Antwort auf die Frage ist nicht einfach und könnte noch zu heftigem Streit zwischen den Ex-MEGlern führen.

Denn: Der damalige MEG-Vorstand haftet, wie es im Juristendeutsch heißt, gesamtschuldnerisch. Jedes einzelne Vorstandsmitglied hatte gegenüber der Versicherung erklärt, bei Forderungen der Versicherung persönlich zu haften.

Der Halleschen Versicherung dürfte es daher egal sein, wer die 1,5 Millionen Euro letztlich bezahlt. Es kann ein einziges Vorstandsmitglied sein, es könnten aber auch zwei oder drei sein oder alle sechs Beklagten – Mehmet Göker, Björn K., Patrick Drönner, Alexander B., Nosa Idehen und Peter Eulitz – teilen sich die Summe. Wie auch immer – die Modalitäten müssten die Beklagten unter sich regeln.

Gegen K., Idehen und Eulitz gibt es nach Auskunft des Kasseler Landgerichts bereits Teilversäumnisurteile, die rechtskräftig sind. Danach wurden sie verurteilt, die knapp 1,5 Millionen Euro zu zahlen. Nun sind auch noch die anderen Vorstandmitglieder an der Reihe.

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Ein Vergleich wurde am Dienstag von den Beklagten vor dem Kasseler Zivilgericht abgelehnt. Mehmet Göker, so sein Anwalt, habe kein Angebot unterbreitet. Die Vorsitzende Richterin Dr. Dreyer hatte vorgeschlagen, sich bei der Hälfte der ausstehenden Summe zu treffen.

Auch Alexander B., der anders als Göker und Drönner im Gerichtssaal erschienen war, lehnte einen Vergleich ab. Er habe den Vertrag, nach dem er als Vorstandsmitglied für Provisionsvorschüsse bürge, nur unter Druck unterschrieben, sagte B. „Das war doch sittenwidrig.“

Richterin Dreyer entgegnete: „Das glaube ich nicht.“ Der Vertrag sei wohl gültig und somit sei B. wie die anderen Vorstandsmitglieder auch in der Haftung.

Von Frank Thonicke

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