Ex-Minister Hans Krollmann gestorben: Trauer um Kassels Ehrenbürger

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Kassel. Der ehemalige hessische Minister Hans Krollmann (SPD) ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Das teilte die Stadt Kassel am Mittwoch mit.

Nach einem langen Politikerleben war es die Kultur, der sich Hans Krollmann verschrieben hatte. Wie nur wenige hat er der SPD-Politiker verstand er es, Mitstreiter zu gewinnen und seine Initiativen, etwa zum Erhalt des A-Status des Staatsorchesters, zum Erfolg zu führen.

Aktualisiert um 18.20 Uhr

Er hinterlässt seine Ehefrau, die frühere AWO-Bezirksvorsitzende Uschi Krollmann, einen Sohn und zwei Enkelkinder. Geboren wurde Hans Krollmann am 7. November 1929 im sächsischen Werdau. 1959 kam der studierte Jurist nach Kassel und bekleidete mehrere Ämter, zunächst als Polizeipräsident, dann als Kämmerer.

Danach zog es ihn in die Landespolitik. Krollmann war ab 1970 mehr als 20 Jahre Mitglied des Hessischen Landtags. Er amtierte als Minister für Landwirtschaft und Umwelt, als Kultusminister und Finanzminister und war ein enger Weggefährte Holger Börners. 1987 führte er die hessische SPD in die Landtagswahl, bei der er jedoch dem CDU-Politiker Walter Wallmann unterlag.

War es seine lange politische Erfahrung, oder sein hartnäckig-freundliches Naturell, das sich in einem feinen, Humor äußerte? Hans Krollmann konnte Menschen begeistern, und sein größter Erfolg nach der aktiven Laufbahn war die Gründung des Vereins „Bürger Pro A“ zum Erhalt des A-Status des Kasseler Staatsorchesters im Jahr 1995. Inzwischen sind die Kürzungspläne längst vom Tisch, und als Nebeneffekt des Erhalts eines qualitativ hochklassigen Orchesters wurden den Kasseler Bürgern durch Benefizkonzerte renommierter Dirigenten wie Adam Fischer denkwürdige Konzerte beschert.

Staatstheater-Indendant Thomas Bockelmann würdigte Krollmann am Mittwoch als „außerordentlich liebenswürdigen Menschen und großartigen Kämpfer für die Kultur“. Frühzeitig hatte Hans Krollmann erkannt, dass die Musikausbildung in Kassel verbesserungswürdig war. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass im Jahr 2001 die Musikschule aus der Kasseler Musikakademie ausgegliedert wurde. Seit der Neuausrichtung konnte die Musikschule Kassel ihre Schülerzahl vervielfachen.

Zahlreich sind die Verdienste Krollmanns, der sich unter anderem auch im Verein „Gegen das Vergessen – für Demokratie“ engagierte. Ebenso umfangreich ist die Liste der Ehrungen, die ihm zuteil wurden. 2010 wurde er ihm die Ehrenbürgerwürde Kassels zuerkannt, er ist Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes, der Georg-August-Zinn-Medaille und der Wilhelms-Leuschner-Medaille. Als einziger Nicht-Musiker wurde er Ehrenmitglied des Staatsorchesters, ebenso wurde er Ehrenbürger der Universität Kassel.

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