Mit Falschgeld eingekauft und erschwindelte Handys verkauft – Bewährungsstrafe

Falschgeld aus der Spielothek

Kassel. Besonders raffiniert ist er bei seinen Betrügereien nicht vorgegangen, was einen 27-jährigen Kasseler jetzt auf die Anklagebank des Amtsgerichtes brachte. Das verurteilte ihn wegen des Einkaufs mit Falschgeld und des Betrugs mit bei Elektronikmärkten erschwindelten Iphone-Handys zu einer Bewährungsstrafe von 20 Monaten.

Bisher war der kräftige junge Mann wegen mehrfachen Tankbetrugs und weil er seine Freundin schwer verprügelt hatte strafrechtlich aufgefallen und mit Geldstrafen belegt worden. Dass er bei seiner ersten Haftstrafe nun mit Bewährung davon kam, hatte er seiner glaubhaften Reue, seinem Geständnis und einer zarten Hoffnung auf ein künftig straffreies Leben dank einer neuen Arbeit zu verdanken.

Jahrelange Spielsucht

Hintergrund aller Straftaten sei die jahrelange Spielsucht des Angeklagten, räumt auch Amtsrichter Winter ein. An Spielautomaten habe er das eigene Geld und das von Familie und Freundin verjubelt, hatte der junge Mann gestanden und sich später einer Therapie unterzogen.

Als er in einer Spielothek am Stern 780 Euro gewann, sei ihm der Gewinn teilweise in falschen 50-Euro-Scheinen ausgezahlt worden.

Er bemerkte zwar bald, dass es sich um Falschgeld handelte, wollte aber auf das Geld nicht verzichten. An Tankstellen in Bettenhausen kaufte er Kaugummi und Zigaretten, zahlte mit den falschen Fuffzigern und wusch so die Blüten zu echtem Geld.

Einen heute 25-jährigen Bekannten bewegte er dazu, unter seinem richtigen Namen in Media- und Saturn-Märkten in Kassel und Baunatal insgesamt neun Iphones im Wert von 6000 Euro zu kaufen, die er an Privatleute und Handy-Läden vertickerte.

Komplize verurteilt

Der Komplize war deshalb im April bereits zu 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden (HNA berichtete) und sagte jetzt als Zeuge aus. Er stottert die Kreditverträge für die Handys bis heute von seinem Azubi-Einkommen ab.

Richter Winter verwies in seiner Urteilsbegründung darauf, dass dem Angeklagten der gewerbsmäßige Betrug von den Elektronik-Märkten und der kreditgebenden Bank auch sehr leicht gemacht worden sei. So werde keinerlei Einkommensnachweis von einem damals arbeitslosen jungen Mann verlangt, wenn Geräte im Wert von tausenden Euros verkauft würden.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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