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Falschmeldungen: Kassel ist keine Unfall-Hochburg

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Von: Bastian Ludwig

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Kassel. Eine Falschmeldung des Männermagazins „Men's Health" über die Verkehrssicherheit in Kassel machte am Dienstag Karriere. Das Magazin berichtete, dass Kassel bundesweit Spitzenreiter bei Verkehrsunfällen mit Verletzten sei und berief sich auf Daten der statistischen Landesämter.

Die Online-Ausgaben der Bild und der Zeitung „Die Welt“ übernahmen die Meldung ungeprüft. Nach HNA-Recherchen stellte sich aber heraus, dass Kassel bei den Unfällen mit Verletzten sogar ziemlich gut im Vergleich mit anderen Großstädten abschneidet.

6,73 Unfälle mit Verletzten pro 1000 Einwohner: Damit seien Kassels Straßen Deutschlands gefährlichstes Pflaster, hieß es in den Berichten. Ein Verkehrspsychologe erklärte dies mit den unerfahrenen Pendlern, die den Kasseler Verkehr nicht gewöhnt seien.

Tatsächlich gab es nach den aktuellsten Zahlen des statistischen Landesamtes in Kassel 2012 aber nur 855 Unfälle mit Personenschäden. Auf die 196 000 Einwohner gerechnet sind dies pro 1000 Einwohner nicht 6,73, sondern 4,36 schwere Unfälle. Damit gebührt Kassel in der Gegenüberstellung der 50 verglichenen Großstädte nicht der letzte, sondern der elfte Platz.

Auf HNA-Anfrage bei „Men's Health“ räumte die Redaktion den Rechenfehler ein. Auch „Die Welt“ nahm ihre Meldung von der Seite. (bal)

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