Professionelle Stelle für Jugendsozialarbeit

Fanprojekt des KSV Hessen startet mit Risikospiel gegen Offenbach

Ansprechpartner für das Fanprojekt des KSV Hessen Kassel: Dennis Pfeiffer hat sein Debüt in seiner neuen Funktion ausgerechnet bei dem Risikospiel gegen Offenbach. Fotos:  Koch

Kassel. Wenn der KSV Hessen Kassel gegen Kickers Offenbach spielt, dann ist das immer eine sehr brisante Partie.

Die Fans beider Vereine sind nicht unbedingt dafür bekannt, dass sie sich gegenseitig wertschätzen. In dieser Woche ist erst die Südkurve, also der Gästeblock des Auestadions, mit „OF Fotzen“ beschmiert worden. Mit dieser Beleidigung wollen einige KSV-Anhänger die Offenbacher Fußballfans am Samstag demütigen.

„Das ist eine Sache, über die ich unbedingt mit den Kasseler Fans sprechen muss“, sagt der Sozialarbeiter Dennis Pfeiffer. Solch sexistische Beleidigungen gingen gar nicht. Seit acht Jahren ist Pfeiffer für die Fan-Sozialarbeit des KSV Hessen Kassel zuständig. Bis vor kurzem nur freiberuflich mit 30 Stunden pro Monat.

120.000 Euro pro Jahr

Seit Ende September in Vollzeit. Seitdem gibt es nämlich für den KSV Hessen Kassel auch ein professionelles Fan-Projekt, das vom Deutschen Fußballbund (DFB), dem Land Hessen und der Stadt Kassel finanziert wird. Der DFB zahlt 60 000 Euro pro Jahr, Stadt und Land je 30 000 Euro. Träger des Fanprojekts ist der Internationale Bund (IB).

Diese Trägerschaft sei ein großer Vorteil: Denn von Frankfurt einmal abgesehen - sind die übrigen hessischen Fanprojekte in Darmstadt und Offenbach ebenfalls in Trägerschaft des IB. Natürlich kennt Pfeiffer die Ansprechpartner der anderen Vereine und hat vor dem Spiel auch mit seinen Kollegen aus Offenbach geredet. Ziel ist es, Auseinandersetzungen zwischen den Lagern zu vermeiden. Das Fanprojekt hat natürlich auch Kontakt zu der Polizei. „Die Polizei hat ja ähnliche Ziele wie wir, nur der Weg dahin ist nicht immer derselbe“, sagt Pfeiffer.

Zielgruppe des Fanprojekts ist in Kassel die aktive Ultra-Szene, der um die 40 bis 60 Personen zwischen 14 Jahren und Mitte 20 angehören. Der 38-jährige Pfeiffer trifft sich mit den Fans nicht nur vor den Heimspielen, sondern begleitet sie auch zu den Auswärtsspielen. Zudem ist der IB derzeit auf der Suche nach Räumlichkeiten - am besten wäre die Südstadt, um dort eine Anlaufstelle für die Fans einzurichten. Der „Fanladen“ soll zwei bis drei Mal in der Woche geöffnet haben. Hier soll präventive und kreative Arbeit geleistet werden, sagt Pfeiffer. Zum Beispiel können hier die Anhänger auch Banner und Fahnen bemalen.

„Das Fanprojekt ist für uns als Träger sehr interessant, da wir durch den Fußball noch einen anderen Zugang zu Jugendlichen finden, sagt Stefan Brieger, Leiter Soziale Arbeit beim IB Kassel. Insgesamt soll das Projekt auf eineinhalb Stellen aufgestockt werden. Pfeiffer und sein künftiger Kollege werden sich nicht nur um fußballspezifische Probleme (wie zum Beispiel den Umgang mit Stadionverboten) kümmern, sondern wollen den Jugendlichen auch bei persönlichen Konflikten zur Seite stehen.

Am Samstag wird Pfeiffer auch bei den Einlasskontrollen an der Nord- und der Südkurve vorbeischauen. Dort will er bei Problemen deeskalierend eingreifen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.