Gesundheitsholding Nordhessen schloss Station

Unzufriedenheit wegen Schließung der Pflegestation im Fasanenhof

Sie sind unzufrieden: Herbert Sauer (von l.), Wolfgang und Gudrun Walther, Ursula Huhn und Günter Strube sind Wohnungseigentümer in der Seniorenwohnanlage Fasanenhof. Foto: Schachtschneider

Fasanenhof. Es ist ruhig geworden in der Seniorenwohnanlage (SWA) Fasanenhof. Wie im vergangenen Jahr angekündigt, hat die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) dort aus Kostengründen die stationäre Pflege aufgeben.

Die pflegebedürftigen Bewohner sind nach und nach umgezogen, hauptsächlich an den Standort Lindenberg. Das teilte die GNH, der Mutterkonzern der beiden Einrichtungen auf HNA-Anfrage mit. „Es ist den Beschäftigten der SWA in Zusammenarbeit mit den Betreuern und Angehörigen gelungen, für jeden Bewohner der stationären Pflege der SWA Fasanenhof einen Platz in einem passenden Pflegeheim zu finden“, erklärte Sprecherin Gisa Stämm. Der letzte Bewohner des Pflegebereichs sei Ende März ausgezogen.

Nichts mehr los: Nach dem Auszug der pflegebedürftigen Bewohner ist die Anlage ziemlich verlassen. Archivfoto: Fischer

Für Ursula Huhn (86), die nach wie vor als Eigentümerin einer Wohnung in der Seniorenresidenz am Standort Fasanenhof, Hinter dem Fasanenhof, lebt und viele andere Bewohner ist die neue Situation beängstigend. „Es hat sich alles so schlimm für uns verändert“, sagt sie. „Keiner weiß Bescheid, wir sind zu keiner Zeit informiert worden, wie es für uns als Bewohner der Residenz weitergeht.“ Alles sei menschenleer, an der Rezeption sitze niemand mehr. Stattdessen patrouilliere ein Wachdienst. „Das macht Angst“, sagt Ursula Huhn. „Es ist nur noch tote Hose hier.“ Dabei habe man im Fasanenhof so schöne Zeiten erlebt.

Auch Günter Stube, der eine Eigentumswohnung in der Residenz vermietet, ist erbost: „Mit betreutem Wohnen hat das nichts mehr zu tun. Die alten Menschen sind hilflos.“ Zudem verliere seine Wohnung, die er vor Jahren gekauft habe, an Wert.

Dazu sagt GNH-Sprecherin Stämm: „Der ambulante Pflegedienst SWA-aktiv und die Mitarbeiterinnen des Betreuten Wohnens sind nach wie vor am Standort Fasanenhof tätig.“ Das vertraglich vereinbarte Betreuungsangebot für das Betreute Wohnen, das derzeit am Standort Fasanenhof rund 250 Bewohner umfasst, und die bisherigen Ansprechpartner bleiben bestehen.“

SWA-Geschäftsführerin Birgit Dilchert habe den Beirat Betreutes Wohnen am Standort Fasanenhof für übernächste Woche eingeladen, um Fragen in einem persönlichen Gespräch zu klären.

Die bisherigen Beschäftigten des Pflegeheims sind innerhalb der Gesundheit Nordhessen an andere Einsatzstellen gewechselt. „Es gab keine betriebsbedingten Kündigungen.“ Was mit dem Gebäude der stationären Pflege geschehen soll, sei noch offen, derzeit würden verschiedene Nutzungskonzepte geprüft, so Stämm. Zur Sicherung des Gebäudes ist eine Wachdienst rund um die Uhr im Einsatz.

Stämm weist darauf hin, dass es kürzlich zudem eine Änderung in der Unternehmensleitung der SWA Kassel gegeben hat: Geschäftsführer Wolfgang Schwarz ist Ende Februar in den Ruhestand gegangen. Als Interimsmanager leite jetzt Mathias Pews die SWA. „Das Auswahlverfahren für die Nachfolge von Wolfgang Schwarz läuft.“

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