Kunden sparen durch Flexibilität

Charterjet: Von Calden zu 8000 Zielen in Europa

Calden. Eine "Zeitmaschine" steht künftig auf dem Flughafen Kassel-Calden dieser Begriff fiel am Donnerstag immer wieder in Calden. Gemeint war der Jet, den die Firmen Star Wings und Nordavia dort stationieren. Durch seine Flexibilität und Geschwindigkeit sei er eine "Maschine, die Zeit spart".

Charterflüge waren laut Helmut Heidemann, Geschäftsführer des Flugvermittlers Nordavia, auch früher von Calden aus möglich. Neu sei, dass der Jet am Flughafen stationiert werde. Das spare Geld, weil er nicht erst anfliegen muss.

Ein weiterer Vorteil: Wer den Flieger mietet, könne innerhalb eines Tages zu einem von 8000 Zielen in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika und zurück fliegen. Die potenziellen Kunden Firmen aus der Region sparten Hotel- und indirekt auch Lohnkosten. Zudem seien die Flieger nicht auf große Flughäfen angewiesen. Damit sei ein Charterjet unter dem Strich günstiger als ein Flug mit der Business Class. Vom reinen Flugpreis her lägen Charterflug und Business Class bei fünf Personen etwa gleichauf.

Locken soll das Angebot vor allem Unternehmen, die ihre Produkte exportieren, also weltweit ihr Geld verdienen. In Deutschland seien 45 Prozent der Unternehmen exportorientiert, in Nordhessen seien es ein paar Prozent mehr, sagte Kai Wittrock von der Wirtschaftsförderung Kassel.

Ihre Stärken spielen die Jets laut Heidemann dabei weniger bei typischen Verbindungen wie beispielsweise nach London aus. Effektiv sind sie vor allem bei Zielen innerhalb Europas, die sonst eher schlecht angebunden sind, beispielsweise die Stadt Timisuara in Rumänien. Es wurden bereits mehrere Hundert Unternehmen angeschrieben, 30 hätten Interesse an Charterflügen bekundet.

Die ersten potenziellen Kunden nahmen am Donnerstag die in Calden ausgestellten Flugzeuge in Augenschein. Er sei "fasziniert von der Zeitersparnis", sagte Hans Jürgen Jacobsen, Geschäftsführer von Immunolab in Kassel. Sein Unternehmen habe sehr viele Auslandskontakte.

Partner der Nordavia ist die Dortmunder Star Wings. Das Unternehmen besitzt zehn Jets, die in Dortmund, Paderborn und Bremen stationiert sind. Dabei seien Charterflüge kein Luxusthema mehr: Im Grunde sei der Jet wie ein Taxi. "Jetzt kommt es darauf an, dass sich genug Kunden finden, um die Flieger auch in die Luft zu kriegen", sagte Jörg Ries, Sprecher der Flughafengesellschaft.

Probesitzen in einer Beechcraft Super King Air: Frank Achner (Star Wings, Zweiter von links) im Gespräch mit Heidi Sattler-Loh, ZF Luftfahrttechnik, (von links) Michael Siegl (Flughafengesellschaft) und Hans Jürgen Jacobsen, Geschäftsführer Immunolab. Fotos: Gehlen

Vorgeführt: Star Wings zeigte in Calden drei seiner Flugzeuge. Das in Calden stationierte war nicht dabei. Es entspricht aber dem Jet im Vordergrund, einer Cessna Citation. Ihre Reichweite beträgt 3200 Kilometer.

Bilder vom Jet in Calden

Star Wings stationiert Jet in Calden

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.