Rubin Reisen in der Kritik

Flüge ab Calden ausgefallen: Reisender sollte Stornogebühren zahlen

Kassel. Und schon wieder Ärger um einen Flugausfall in Kassel-Calden: Der Flug zum einwöchigen Kalabrien-Aufenthalt mit dem Berliner Anbieter Rubin Reisen am kommenden Montag findet nicht wie angekündigt von Kassel-Calden, sondern von Düsseldorf aus statt.

Viele Bucher in der Region wollten aber nicht auf Veranstalter-Kosten mit dem Bus an den Rhein gefahren werden und stornierten. So auch Martin Mertens aus Kassel. Jetzt soll er auch noch 180 Euro Stornogebühren zahlen. Im Gespräch mit der HNA versprach Rubin-Reisen-Mitarbeiter Georg Schulz, auf die Stornogebühren zu verzichten. Der Fall einer Kasseler Kundin, deren Reise der Anbieter wegen angeblich nicht termingerechter Zahlung selbst storniert und ebenfalls 180 Euro Gebühren in Rechnung gestellt hatte, soll noch einmal geprüft werden. „Wir zeigen Kulanz“, sagte Schulz mit Blick auf die entsprechenden Verträge. In denen behält sich Rubin Reisen vor, Zeiten sowie Abflug- und Zielflughäfen zu ändern, was in der Branche absolut üblich ist.

Ein Grund für derart Änderungen, die im Übrigen spätestens 14 Tage vorher mitgeteilt werden müssen, ist häufig, dass sich für den ursprünglichen Startort nicht genügend Reisende finden. So geschehen in Calden, erklärte Schulz. Von einst 72 Kunden seien 58 infolge der Berichterstattung über die Abberufung der einstigen Flughafenchefin Maria Anna Muller abgesprungen, sodass man sich entschlossen habe, ab Düsseldorf zu fliegen. „Ein Festhalten an Kassel-Calden hätten wir finanziell nicht stemmen können“, sagt Schulz. Er bedauere, dass den Betroffenen Unannehmlichkeiten entstünden, „aber wir können doch auch nichts für diese Entwicklung“. Er hoffe, dass nun Ruhe am Flughafen einkehre. Denn Rubin Reisen plane mit seinen Partnern „ständige, günstige Badereiseflüge“ vor allem für Senioren, die über Discounter vermarktet werden sollen.

Fotos: Erster regulärer Flug nach der Winterpause

Erster regulärer Flug nach der Winterpause

Auf die Frage, warum unter der auf der Internetseite www.rubin-reisen.com angegebenen Service-Nummer niemand zu erreichen sei, sagte Schulz: „Flughafengegner torpedieren uns mit Anrufen, die uns teilweise in beleidigendem Ton auffordern, uns von Kassel-Calden zurückzuziehen. Wir konnten zeitweise nicht mehr arbeiten.“

Auch der Verkaufsleiter des Flughafens, Jürgen Schierz, bedauert die jüngste Entwicklung, betonte aber auch, dass den Airport keine Schuld treffe. Er stelle lediglich den Flughafen zur Verfügung. Für die Vermarktung seien die Reise-Anbieter zuständig. Dennoch bietet er bei etwaigen Unstimmigkeiten (unter Tel. 0 56 74/21 53 332) seine Hilfe an.

Die Rubin Reisen GmbH ist weit gehend unbekannt, weil sie nach eigenen Angaben mit Seniorenverbänden zusammenarbeitet und bislang kaum Werbung betrieben hat. Das Unternehmen ist vor allem im Busreisegeschäft aktiv.

Von José Pinto

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.