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Flughafen-Chef: Calden wird ein Beschäftigungsmotor

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Von: José Pinto

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Jörg Ries
Jörg Ries

Calden. Jörg Ries versteht die anhaltende Kritik am neuen Flughafen Kassel-Calden nicht. „Wir lernen doch gerade erste laufen“, sagt der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft.

Ein Infrakstrukturprojekt dieser Größenordnung müsse schrittweise hochgefahren werden. „Niemand hat gesagt, dass wir von Anfang an zig Flüge am Tag abfertigen“, so der Manager – und erinnert daran, dass der Frankfurter Flughafen, der im vergangenen Jahr 57,5 Millionen Passagiere im Jahr zählte, 1980 nur knapp 17,7 Mio. und 20 Jahre später bereits gut 49 Mio. Fluggäste hatte.

Nach wie vor sieht er im neuen Airport und im alten, der bekanntlich in ein Industrie- und Gewerbegebiet umgewandelt werden soll, eine große Chance für die Region.

Zahl soll sich verdoppeln

Derzeit arbeiten 725 Menschen an beiden Standorten. Indirekt kommen laut einer Studie fast 1500 hinzu: bei Zulieferbetrieben, Dienstleistern, Handel und Gastronomie. Demnach verdienen insgesamt etwa 2200 Menschen ihre Brötchen am oder rund um den Airport. Diese Zahl soll sich den Prognosen zufolge bis 2020 auf 4600 mehr als verdoppeln.

Ries vertraut darauf, dass sich in den nächsten Jahren Industrie, Handel, Logistik und Gastronomie an beiden Standorten ansiedelt. Gespräche mit Händlern und einem Hotelbetreiber liefen, sagte er, ohne Namen zu nennen.

Befürchtungen, Kassel-Calden könne angesichts ausbleibender Passagiere zur Entlastung des Airports in Frankfurt schrittweise zu einem Fracht-Umschlagplatz umfunktioniert werden, tritt Ries mit Nachdruck entgegen. „Da sage ich ganz klar nein.“ Fracht sei definitiv kein Geschäftsmodell für den neuen Flughafen und werde es aus nicht. Gleichwohl seien Charter-Frachtflüge, also gelegentliche Lufttransporte für eilige Waren, durchaus denkbar.

Gleichzeitig verwies Ries auf die wachsenden Aktivitäten rund um die „Allgemeine Luftfahrt“. So heißt der Bereich rund um Freizeit-, Vereins- und Geschäftsflieger. Etwa 100 kleine und mittelgroße Maschinen sind in Calden stationiert, Flugschulen, Dienstleister, Logistik-Unternehmen, Fallschirmspringer und andere Betriebe haben sich dort angesiedelt, weitere sollen folgen. „Da habe ich keine Zweifel,“ so Ries.

Größter Arbeitgeber nach der Flughafengesellschaft mit ihren 150 Beschäftigten ist der Flugzeug- und Teilehändler Piper, der gut sieben Millionen Euro in ein neues Gebäude mit integrierter Werft für Wartung und Reparatur investiert hat. Heute wird es feierlich eröffnet. Gut 400 Gäste aus dem In- und Ausland werden erwartet.

Vorstandschef Wilfried Otto verspricht sich einen Entwicklungsschub am neuen Standort. „Hier haben wir tolle Möglichkeiten zur Expansion“, sagt der Unternehmer und Hobbypilot. Piper habe den modernsten und größten Betrieb dieser Art – europaweit.

Von José Pinto

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