Gesellschafter lösten Vertrag mit Geschäftsführerin auf

Flughafen Kassel-Calden: Muller muss sofort gehen

Maria Anna Muller

Kassel/Calden. Aus für Flughafen-Chefin Maria Anna Muller: Dr. Thomas Schäfer, Hessens Finanzminister, gab am Samstag bekannt, dass sich die Gesellschafter des Flughafens und Geschäftsführerin Maria Anna Muller am Freitag  in beiderseitigem Einvernehmen auf die sofortige Auflösung des Vertrags geeinigt haben.

Die 54-Jährige war nur eineinhalb Jahre im Amt.

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In einer gemeinsamen Presseerklärung von Schäfer, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen GmbH Kassel-Calden (FGK) ist, mit Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen heißt es zur Begründung: „Der Erfolgsdruck, der auf Maria Anna Muller lastete, und die Erwartungen der medialen Beobachter, aus Politik und Wirtschaft und nicht zuletzt auch aus der Bevölkerung, haben in den vergangenen Wochen und Monaten in einer Art und Weise auf sie eingewirkt, die es ihr zunehmend schwerer machten, ihre Kernaufgabe von äußeren Einflüssen unbelastet wahrzunehmen.“

Aktualisiert um 16 Uhr.

Knapp ein Jahr nach der Inbetriebnahme des neuen Flughafen sei man an einem Punkt angekommen, wo die Führung des Flughafens personell und strukturell neu geordnet werden müsse, betonten Schäfer und Hilgen. Formal soll die Vertragsauflösung mit Muller, die einen Fünf-Jahres-Vertrag hatte, während der Aufsichtsratssitzung am nächsten Mittwoch beschlossen werden. Die Höhe der Abfindung für Muller ist nicht bekannt.

Weitere Informationen zum Flughafen Kassel-Calden finden Sie in unserem Spezial.

Die Gesellschafter der FGK, neben dem Land Hessen und der Stadt Kassel noch der Landkreis Kassel und die Gemeinde Calden, wollen laut Schäfer „nun alles daransetzen, den Regionalflughafen Kassel-Calden wieder in medial ruhigeres Fahrwasser zu geleiten und gleichzeitig die künftige Geschäftsführung mit aller Kraft unterstützen, um das Projekt gemeinsam zum Erfolg zu führen.“

Nach Informationen der HNA soll am Mittwoch bereits ein Nachfolger präsentiert werden. Im Gespräch soll ein Fraport-Manager sein.

Von Katja Rudolph und Burgard Holz

Video aus dem Archiv: Muller über die Zukunft des Flughafens

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FliegenfranzAntwort
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Bitte begründen. Wenn Sie glauben, da gibt es keine Genehmigung für, werden Sie erleben müssen, dass die schneller kommt als Sie "Nachtflugverbot" aussprechen können. Die Verantwortlichen für die Betriebsgenehmigung des Flughafens werden mit Sicherheit nicht den "Wünschen" einer Landesregierung im Wege stehen. Warten wir es einfach ab, was passieren wird. Aber bitte nicht wieder hinter sagen: Ihr hättet euch ja früh genug zu Wort melden können. Hinterher rummähren geht jetzt aber mal garnicht. Diese Argumentation läuft nämlich schon zum Thema Flughafenbau. Hättet euch ja vor dem Neubau melden können und nicht jetzt nach der Fertigstellung meckern. Es haben sich genug Leute VOR dem ersten Spatenstich gemeldet und gewarnt. Aber die hat man mit einer Handbewegung vom Tisch gewischt und in Gutsherrenmanier den Bau durchgezogen. Und jetzt dürfen wir alle in der einen oder anderen Form dafür bezahlen, dass man jetzt das Ding irgendwie, egal wie, von den Defiziten runterbringen muss.

HerkuleskeuleAntwort
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Schon mal was von Ironie gehört. Vielleicht hätte ich "Spitzenmanager" mit Anführungszeichen versehen sollen, damit´s jeder merkt.
Mir ist durchaus bekannt, dass bisher alles was der anpackt entweder kaputtsaniert wird auf Kosten der Substanz (DB, Berliner S.Bahn) oder gleich gar nix auf die Reihe bekommt.

HofgeismarerAntwort
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Sehr gut Malte!!!

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