Kommentar zur Lage am Flughafen: Ein übler Verdacht

Calden. Der Flughafen Kassel hat nach nur wenigen Monaten seine Vertriebs- und Marketingchefin entlassen. Dazu ein Kommentar von HNA-Chefredakteur Horst Seidenfaden.

Drei Vertriebschefs in zwei Jahren verschlissen - der Flughafen-Geschäftsführer hat beim Führungspersonal in diesem Bereich einen üppigeren Verbrauch als manch Fußball-Bundesligist bei Trainern. Der Unterschied ist nur der: Der Bundesligist ist erstklassig.

Davon ist der Flughafen immer weiter entfernt. Und das Trauerspiel um Calden spitzt sich nicht mehr nur auf die Diskussion um den in Belegschaft und Kundschaft komplett in Misskredit gebrachten, offensichtlich inhaltlich, strategisch, ökonomisch und personalpolitisch überforderten Geschäftsführer zu - mittlerweile erreicht die Debatte eine politische Dimension und damit auch die Frage, welches Spiel eigentlich Finanzminister Schäfer als Chef des Aufsichtsrats spielt?

Trotz geradezu erbärmlicher geschäftlicher Resultate (das muss man als Flughafen-Chef erst mal schaffen: Keinen Winterflugplan zustande bringen und gleich den Sommerflugplan mit gefährden), trotz des Verlusts jeglicher Integrität in der Belegschaft nach privaten Eskapaden - Ralf Schustereder hat Rückendeckung aus der Politik.

Verständnis dafür hat niemand mehr, der halbwegs geradeaus denken kann. Da keimt dann natürlich der üble Verdacht auf, dass Schustereders eigentlicher Auftrag sein könnte, den Flughafen so herunter zu wirtschaften, dass der Politik keine andere Chance bleibt, als das Trauerspiel zu beenden. Und so kommt eins zum anderen: Schustereder und Schäfer - das Land hätte plötzlich zwei Problemfälle zu entsorgen.

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