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Interesse der Wirtschaft an Flügen überschaubar

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Von: Sven Kühling, Bastian Ludwig

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Kassel. Die Mehrzahl der großen Firmen in der Region hat laut einer HNA-Umfrage nur mäßiges Interesse an Geschäftsflügen ab Kassel-Calden. Der hessische Justizminister und FDP-Landesvorsitzende Jörg-Uwe Hahn hatte die nordhessische Wirtschaft aufgefordert, den Flughafen stärker zu nutzen.

Derzeit bieten zwei Charterfluggesellschaften Geschäftsflüge ab Kassel-Calden auf Anfrage an: Businesswings und Charterflug-Kassel.

Als „nicht sehr lohnend“ bezeichnet Nico Knabe, Inhaber von Charterflug-Kassel, das Geschäft. „Die Kosten sind hoch und es gibt wenig Aufträge. Wir stellen uns deshalb für Geschäftsflüge auch keine extra Maschine auf den Flughafen, sondern holen diese bei Bedarf aus Eisenach“, sagt Knabe. Das Geld verdiene seine Firma vor allem mit der Vermietung von Flugzeugen für Freizeitflüge.

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Nicht auf Charterflugzeuge angewiesen ist Wintershall. Der Konzern gehört zu den Firmen, die seit Jahren von Calden starten: „Mit konzerneigenen Geschäftsflugzeugen unserer Muttergesellschaft haben wir von hier aus gute Anbindung an unsere internationalen Schwerpunktregionen. Ansonsten nutzen wir auch Frankfurt als internationalen Flughafen sowie Hannover und Paderborn“, sagt Pressesprecherin Verena Sattel.

Nur für wenige Flüge genutzt Zwei- bis dreimal im Jahr kommt der VW-Vorstand nach Kassel-Calden. Anlässe sind laut VW-Sprecher Rudi Stassek das Standortsymposium in Baunatal oder sonstige Besuche der Konzernspitze. „Dazu hat allerdings der alte Flugplatz auch schon gereicht. Das haben wir auch immer so gesagt“, betont er. Den neuen Flughafen brauche das VW-Werk in Baunatal nicht unbedingt. Die wenige Luftfracht, die anfalle, verschicke man päckchenweise mit Maschinen von Frankfurt und Hamburg aus.

Bilder: Lufthansa übt in Kassel-Calden

Bei K+S spielt der Flughafen keine Rolle. „Für geschäftliche Reisen nutzen wir den Flughafen eigentlich nicht. Und unsere Fracht transportieren wir mit Zügen und Lkw“, sagt Pressesprecher Ulrich Göbel. Wenn geflogen werde, dann meistens von Frankfurt. Für kürzere Strecken werde die Bahn – und wenn das nicht möglich ist – das Auto genutzt. „SMA nutzt den Flughafen Kassel-Calden dort, wo es sinnvoll und möglich ist, für Geschäftsreisen“, sagt Sprecherin Susanne Henkel. Der Versand der SMA-Produkte erfolge per Lkw und Schiff. Eine stärkere Nutzung des Flughafens plant SMA nicht. B. Braun in Melsungen nutze den Flughafen zurzeit nicht für regelmäßige Geschäftsreisen, sagt Mechthild Claes von der Unternehmenskommunikation. Nur sporadisch werde von Calden gestartet.

Von Bastian Ludwig und Sven Kühling

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