Erstmals öffentlich Position gegen Airport-Chef bezogen

Caldener SPD: Schustereder gefährdet Flughafen-Zukunft

Wird von Caldener SPD kritisiert: Ralf Schustereder (links), hier mit Hessens Finanzminister Thomas Schäfer. Archivfoto: Koch

Calden. Die Caldener SPD spricht sich für die Ablösung des Flughafenchefs Ralf Schustereder aus: Das Festhalten an ihm gefährde die Zukunft des Airports als Verkehrsflughafen.

Das erklären Vorsitzender Ullrich Meßmer und der Caldener Fraktionschef Andreas Wende. Es ist die erste Stellungnahme dieser Art, in der Politiker öffentlich Position gegen Schustereder beziehen.

In einer Delegiertenversammlung hatten Caldens SPD-Ortsvereine das Thema diskutiert. Den Sozialdemokraten bereiteten Berichte Sorgen, dass Verhandlungen um einen gesicherten Winter- und Sommerflugplan „nicht zielführend und mit dem festen Willen zu einem Abschluss geführt wurden“.

„Nach Auffassung der Caldener SPD ist sofortiger Handlungsbedarf gegeben und die Sommermonate müssen dringend genutzt werden, den Kassel Airport weiter zu entwickeln und Personalfragen zu klären“, schreiben die Sozialdemokraten. In einer solch kritischen und entscheidenden Phase sei Kompetenzgerangel in der Geschäftsführung das Gegenteil von dem, was nötig sei: das Bündeln aller Kräfte, um einen gesicherten Flugbetrieb im Winter und Sommer zu gewährleisten.

Dabei kritisiert die SPD: 

Ullrich Meßmer

• Der Geschäftsführer habe nach Rücksprache mit Wiesbaden eine verhandelte und „wohl allgemein übliche Risikoabsicherung“ für den gesicherten Charterflugbetrieb verweigert. „Die kaufmännische Konsolidierung des Flughafens und dieses Risiko passen nicht zueinander“, hatte Schustereder im Juni dazu gesagt.

• Unabhängig vom strafrechtlichen Ausgang der Ermittlungen gegen den Geschäftsführer hätten Veröffentlichungen um die Geschäftsbeziehungen nach Ägypten zusätzliche Schatten auf die Seriösität seiner Arbeit geworfen.

• Ein in der Satzung der Flughafen GmbH verankerter Beirat sei seit Jahren nicht mehr von der Geschäftsführung einberufen worden. Dieser Beirat sei eine wichtige Schnittstelle zwischen der Flughafengesellschaft den beteiligten kommunalen Gremien gewesen.

Die Befürchtung der SPD: Wenn 2017 die schwarz-grüne Landesregierung wie vereinbart den Flughafen auf den Prüfstand stellt, könnten Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) vor den Grünen einknicken und den „Flughafen vor die Wand fahren lassen“. Da die SPD über das Caldener Parlament keine Möglichkeit der Einflussnahme hat, will sie mit Anfragen an den Gemeindevorstand und Kreisausschuss klären, wie die Gesellschafter den „unbefriedigenden Zustand“ beenden wollen. Caldens Bürgermeister und der Landrat sind Mitglieder des Flughafen-Aufsichtsrates.

Das Land Hessen lehnte eine Stellungnahme ab.

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