Kein Verständnis für Ablöse-Forderungen

Kasseler SPD-Chef: Chef-Wechsel am Flughafen wäre äußerst riskant

Uwe Frankenberger

Kassel. Die Forderung der Caldener Genossen nach Ablösung von Flughafen-Chef Schustereder weist der Kasseler SPD-Parteichef Uwe Frankenberger zurück.

Uneinig sind sich die Sozialdemokraten in Stadt und Landkreis Kassel beim Umgang mit Flughafen-Chef Ralf Schustereder. Nachdem die Caldener SPD am Donnerstag die Ablösung des Airport-Geschäftsführers gefordert hatte, lehnt dies der Kasseler SPD-Unterbezirksvorsitzende Uwe Frankenberger entschieden ab. „Der Flughafen hat es schwer im Moment.“ In dieser Situation den Geschäftsführer auszuwechseln, halte er für äußerst riskant, erklärte der Landtagsabgeordnete.

Kritik an Caldener Genossen

Kein Verständnis zeigte der Kasseler Parteichef gegenüber den Ablöse-Forderungen, die von den Caldener Genossen um Ortsvereinsvorsitzenden Ullrich Meßmer und Fraktionschef Andreas Wende kürzlich in einer Delegiertenversammlung erhoben wurden.

„Das ist eine Entscheidung des Aufsichtsrats“, betonte Frankenberger zu der nun öffentlich von der Politik diskutierten Personalfrage. Der Aufsichtsrat des Airport Kassel habe sich für Schustereder ausgesprochen. Die Kasseler SPD halte sich daran, zumal es seit dieser Aufsichtsratssitzung keine neuen Erkenntnisse gebe, die ein anderes Handeln rechtfertigten.

Uwe Frankenberger wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass im Jahr 2017 die schwarz-grüne Hessische Landesregierung den Airport Kassel auf den Prüfstand stellen werde. Dabei werde es auch um eine mögliche Rückstufung des Flughafens zu einem Verkehrslandeplatz gehen, wisse er aus internen Gesprächen in Wiesbaden.

„Berechtigte Fragen“

Ähnlich wie Uwe Frankenberger schätzt SPD-Landtagskollege Timon Gremmels die Angelegenheit ein. „Es sind sicherlich berechtigte Fragen, die in der Delegiertenversammlung aufgeworfen worden sind“, meinte der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Kassel-Land. Aber diese gehörten jetzt zur Diskussion in den Aufsichtsrat, in dem auch der Caldener Bürgermeister Maik Mackewitz und der Kasseler Landrat Uwe Schmidt säßen.

Das „Damoklesschwert“ der Flughafenprüfung 2017 hinge viel zu früh über dem Kassel Airport, unabhängig von der Personalie Schustereder. Auf die Kritikpunkte der Caldener Sozialdemokraten an dem Flughafen-Geschäftsführer wollte Gremmels nicht eingehen. „Das gehört in den Aufsichtsrat.“ (aha/cig)

Lesen Sie dazu auch:

- Caldener SPD: Schustereder gefährdet Flughafen-Zukunft

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