120 Einsatzkräfte und 30 Statisten

Proben für den Ernstfall am Airport Kassel: Notfallübung in Calden

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Calden. Dichte Qualwolken auf dem Rollfeld, schreiende Verletzte, aufgebrachte Angehörige und jede Menge Feuerwehrfahrzeuge und Rettungswagen am Kassel Airport.

So in etwa gestaltete sich die Notfallübung am Samstagnachmittag am Flughafen in Calden.

120 Einsatzkräfte und 30 Statisten wirkten bei der Übung mit, die in dieser Größenordnung alle zwei Jahre stattfindet. „Wenn man das weitere Flughafenpersonal noch hinzuzieht, waren gestern rund 200 Menschen beteiligt“, sagte Alexander Emde von der Flughafenfeuerwehr.

Folgende Situation hatte sich Emde für das Training ausgedacht: Beim Landen verunglückte ein Flugzeug, so dass es zu einem Brand im Fahr- und Triebwerk kam. Drei der 30 Passagiere starben und 18 wurden verletzt.

Wie im Ernstfall informierte die Flughafen Pressesprecherin die Medienvertreter nach gut einer Stunde über erste Erkenntnisse in einem dafür vorgesehenen Raum. Ganz besonders eifrig zeigte sich dabei Statist Horst Klinge, der einen Vertreter der Bildzeitung spielte: „ Kann der Unfall vielleicht sogar durch einen Storch oder Kranich verursacht worden sein“, so eine Frage von Klinge. Oder: Nicht müde wurde er zudem Menschen zu filmen, zu fotografieren oder zu interviewen über die Katastrophe der „Never-Come-Back-Airline“ aus Madrid. „Unsere Onlineabteilung braucht Stoff - das ist ein Vorfall, der ganz Deutschland interessiert“, spielte er perfekt seine Rolle. Doch nicht nur der angebliche Reporter war im Terminalbereich unterwegs, auch ein aufgebrachter Landwirt-Darsteller, lief nervös umher, da er angeblich radioaktive Stoffe auf seinem Feld gefunden hätte. Diese Mitteilung wurde ordnungsgemäß vom Personal an der Information weitergegeben und schließlich später von der Pressesprecherin entkräftet.

Wegen der Sicherheitsbestimmungen auf dem Flugfeld waren die Vertreter der Feuerwehren und der Rettungskräfte schon vor Beginn der Übung vor Ort. „Im Ernstfall wird natürlich niemand kontrolliert, bei einer Übung ist das etwas anderes“, bemerkte der Vertreter der Flughafenwehr. Mit dem Ablauf des Trainings zeigte sich Emde recht zufrieden. Demnächst werde es noch eine Nachbesprechung geben, wo ausgewertet werde, was den zehn Beobachtern aufgefallen sei.

Was sich auf dem Rollfeld tatsächlich abspielte, konnten die Schaulustigen aus der Ferne nur vage erkennen. Viel Mühe hätte man sich mit den Verletzten-Darstellern gegeben, die allesamt von Profis geschminkt worden waren.

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