Anteil der Region am Flughafen-Defizit ist überschaubar

Staatstheater ist deutlich teurer als der Kassel Airport

Kassel/Calden. Der Flughafen Kassel-Calden machte 2015 einen Verlust von 6,1 Millionen Euro. Doch welche Kosten müssen Stadt und Kreis Kassel sowie die Gemeinde Calden übernehmen?

Entsprechend der Beteiligung an der Flughafengesellschaft entfallen auf Stadt und Kreis Kassel je 800.000 und auf die Gemeinde Calden 366.000 Euro.

Das Land übernimmt den Löwenanteil von 4,15 Mio. Euro plus eine ähnlich hohe Summe für hoheitliche Aufgaben wie Flugsicherheit und -überwachung, deren Kosten allein Hessen trägt

Auf den ersten Blick ein Batzen Geld, aber bei genauerer Betrachtung – von der kleinen, klammen Kommune Calden abgesehen – überschaubare Beträge. Angesichts eines Landeshaushalts von 25 Milliarden Euro schlägt der Flughafen-Beitrag gerade einmal mit 0,03 Prozent zu Buche. Bei der Stadt, die 2015 gut 140 Millionen Gewerbesteuern eingenommen hat, sind es 0,11 Prozent des Etats, beim Kreis 0,22 Prozent. Aber nicht nur im Verhältnis zu den jeweiligen Haushalten ist der Airport-Verlust vergleichsweise gering. Beispiel Staatstheater: Der jährliche Zuschussbedarf liegt hier bei gut 30 Millionen Euro, die sich Stadt und Land teilen.

Auch der Personennahverkehr der KVG in Kassel muss jährlich mit rund 26 Mio. Euro gepäppelt werden, ebenso die Regiotram des NVV (etwa zehn Mio.), die drei städtischen Einrichtungen Stadt- und Naturkundemuseum sowie Grimmwelt (insgesamt 2,53 Mio.), die Freibäder in Kassel (3,8 Mio.) und das Schülerfreizeitheim Sensenstein des Landkreises (0,5 Mio.).

Wenn man die öffentlichen Zuschüsse auf die jeweiligen Besucher/Nutzer umlegt, schneidet der Airport (65.000 Passagiere) im Vergleich zum Staatstheater mit jährlich 225.000 Besuchern gar nicht so schlecht ab: 155 Euro je Passagier. Beim Staatstheater sind es 137 Euro je Besucher. In den Bädern legte die Stadt 2014 fast 6,50 Euro je Badegast und den Museen 15,60 Euro (2015) je Besucher drauf. Bei der KVG sind es nur 60 Cent und beim NVV schätzungsweise 10 Euro je Nutzer.

Rubriklistenbild: © dpa

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