Zweifel an Fähigkeit des Geschäftsführers

Kasseler FDP fordert von Landesregierung Bekenntnis zum Flughafen Calden

Kassel. Die Landesregierung soll sich klar zum Flughafen Kassel bekennen. Auch eine Ablösung des Geschäftsführers müsse geprüft werden, fordert die Kasseler FDP.

Es sei beinahe geschäftsschädigend, wenn Spekulationen über eine Herabstufung zu einem Verkehrslandeplatz ständig wie ein Damoklesschwert über dem Flughafen hängen, erklärt der FDP-Kreisvorsitzende Matthias Nölke. Für Investoren und Fluggesellschaften sei dies ein verheerendes Signal.

Ministerpräsident Volker Bouffier solle ein klares Machtwort sprechen: „Denn der grüne Verkehrsminister Al Wazir macht in Sachen Flughafen genau das, was man von ihm erwartet hat, nämlich nichts.“ Statt Spardiktaten, wie die Grünen es in der Koalition mit der CDU durchgesetzt hatten, brauche der Flughafen vor allem Zeit, Spitzenpersonal und Unterstützung, um sich zu entwickeln.

Infrastruktur kostet Geld

Matthias Nölke

Auch dürfe man den Flughafen nicht nur betriebswirtschaftlich bewerten, sondern müsse ihn volkswirtschaftlich betrachten. Immerhin zahlten die am Flughafen ansässigen Firmen im Jahr mehr Steuern, als der Flughafen an Verlust mache. „Infrastruktur ist oft ein Zuschussgeschäft“, erklärt Nölke. So fahre auch die Regiotram zu 80 Prozent nur warme Luft durch die Gegend. Nölke: „Wo sind da die Grünen mit ihren Spardiktaten?“

Der Flughafen müsse aus den Schlagzeilen komme. Hierzu müsse gegebenenfalls die personelle Notbremse gezogen werden. Die FDP habe starke Zweifel, ob Geschäftsführer Ralf Schustereder noch in der Lage sei, den Flughafen zum Erfolg zu führen: „Durch die erste Geschäftsführerin wurde bereits wertvolle Zeit verschenkt. Dies darf sich nicht wiederholen. Wir halten einen personellen Neustart für sinnvoll.“

SPD fragt nach Konzept für den Flughafen

Auch die SPD im Hessischen Landtag fordert von der schwarz-grünen Landesregierung ein Konzept für die Zukunft des Flughafens Kassel. Das sei bereits vor sechs Jahren von CDU, SPD und FDP gefordert worden. Vorschnelle Forderungen zur Herabstufung des Flughafens zum Landeplatz seien „unseriös und politisch durchsichtig“, erklärte der stellvertretende SPD-Fraktionschef Marius Weiß. Dass die Regierung das geforderte Konzept nicht vorlege, sei glatte Regierungsverweigerung. „Wenn der grüne Teil der Regierung den Flughafen wie zu Oppositionszeiten weiter diskreditiert und der schwarze Teil sich jahrelang beharrlich weigert, ein Entwicklungskonzept anzustoßen, dann zeigt dies, dass von Schwarz-Grün eine Infrastrukturpolitik zum Wohle der Region nicht zu erwarten ist“, sagte Weiß.

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Rubriklistenbild: © dpa

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