Kritiker fordert die Ablösung

Ministerin distanziert sich von Flughafenchefin Maria Anna Muller

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Flughafenchefin Maria Anna Muller

Kassel. In dieser unmissverständlichen Deutlichkeit hat noch kein Landes- oder Kommunalpoltiker die Flughafen-Chefin Maria Anna Muller öffentlich kritisiert: „Ich bin außerordentlich unzufrieden mit dem Management und dessen Kommunikation.“

Das sagte Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann am Mittwochabend vor fast 150 Unternehmern und Entscheidern aus der Region.

Der Immenhäuser Mittelständler Carsten Rahier wurde noch deutlicher: „Die Flughafenleitung macht eine miserable Kommunikationsarbeit“, sagte der Geschäftsführer des weltweit tätigen Dosierpumpen- und Kompressoren-Herstellers. Und der Aufsichtsratsvorsitzende des Kasseler Bauunternehmens Hermanns AG, Gerhard Fenge, forderte sogar die Ablösung Mullers, ohne sie namentlich zu nennen: „Die Protagonistin (deutsch: Hauptperson, Anmerkung der Redaktion) muss ausgewechselt werden“, sagte der für seine offene Art bekannte Unternehmer. Sein Familienbetrieb hat im übrigen gemeinsam der Bickhardt Bau AG in Kirchheim den Flughafen ohne Verzögerung und Kostenausweitung gebaut.

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Das hessische Finanzministerium erklärte auf Anfrage: „In den vergangenen Monaten hat es immer wieder unterschiedliche Gerüchte in verschiedenen Medien über personelle Änderungen in der Geschäftsführung der Flughafengesellschaft Kassel gegeben. Wir haben die Gerüchte seinerzeit nicht kommentiert und werden dies auch jetzt nicht tun.“

Das Land ist mit 68 Prozent der Anteile Hauptgesellschafter des Flughafens. Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, Kollege und Parteifreund von Kühne-Hörmann, ist Kraft seines Amtes Aufsichtsratsvorsitzender. Stadt und Kreis Kassel, die jeweils 13 Prozent der Anteile halten, verwiesen auf die Stellungnahme des Landes.

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Aber hinter den Kulissen rumort es. Nach Informationen der HNA werde mit Hochdruck an einer Ablösung der glücklosen Flughafenchefin gearbeitet, heißt es. Das Problem sei allerdings, dass die Nachfolgereglung sich schwieriger gestalte, als erwartet, weil es angesichts der desaströsen wirtschaftlichen und medialen Entwicklung schwierig sei, eine(n) geeigneten Fachmann/frau nach Kassel-Calden zu holen, heißt es in Insider-Kreisen. Erschwerend hinzu komme, dass eine mögliche Ablösung Mullers ein weiteres fatales Signal nach außen wäre.

Die Situation ist in der Tat verfahren. Unternehmer Rahier reagierte auf Kritik von Ex-Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP), die Wirtschaft lasse den Flughafen mit seinen Problemen allein“, mit den Worten: „Wo es kein Angebot gibt, gibt es auch keine Nachfrage. Die Wirtschaft braucht Linienflüge. Wenn die kommen, fliegen wir auch“.

Von José Pinto

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